Nein, liebe Smiths Fans, Flo ist weder verwandt noch verschwägert mit dem großen Stephen Patrick Morrissey und ihre Musik klingt auch nicht nach den Smiths, sondern eher nach Folkpop aus den 70’s, woran sich die Erinnerungen an Patschuli-Öl und Batikshirts unmittelbar beim Hören einstellen. Die erst 20-jährige Londonerin singt atmosphärische Oden, wie sie stimmungsvoller kaum sein können. Natürlich erreicht sie dabei nicht den Zauber einer Kate Bush, Joan Baez oder Melanie Safka, die ja immer dann zitiert werden, wenn ein junges Mädchen ein musikalisch etwas retro angehauchtes Album aufnimmt, aber trotzdem ist Tomorrow will be beautiful ein echtes Kleinod, mit Songs wie Why oder Show me, das garantiert seine Fans finden wird.

Zehn wunderbare Titel befinden sich auf dem Debüt und es ist ein Album, bei dem sich mal hinsetzen und sich bewusst mit ihm auseinander setzen sollte. Zuhören lohnt sich. Aufgenommen in Los Angeles und in Paris stellt das Album eine Momentaufnahme dar, bei der man sich angesichts des Talentes, mit dem Flo Morrissey gesegnet ist, fragt, warum man bislang noch nichts von der Frau mit dieser ausdrucksstarken Stimme vernommen hat. Man fragt sich, wie eine 20-jährige über solche Dramen des menschlichen Daseins singen kann.

Manchmal übertreibt sie es noch mit den Phrasierungen und geht einen komplizierten Weg, aber dieser Singer-Songwriter-Scheibe, die auch stark an Lana Del Rey erinnert, kann man sich auf Dauer nicht entziehen. Trotz leichter Schwächen ein – man muss es so sagen – ganz zauberhaftes Album.

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Text: Dennis Kresse