Eine langangelegte rein akustische Serie über drei Teile hat Frank Riggio geplant, die sich um den gesamten Lebenszyklus von Geburt bis hin zum Tod drehen soll. Mit Futurism erscheint nun der zweite Teil der Reihe, der musikalisch nahtlos an den ersten Teil anknüpft und sich den Themen Zeit und Psyche durch eine Vielzahl musikalischer Experimente annähert. Diese Experimente bestehen dann meist aus zwei musikalischen Ebenen, die nie zusammenfinden, Widersprüche erzeugen und den Hörer in diesem Spannungsfeld belassen – und ihn dort nun seine eigene Position finden lassen.

Dies geschieht entweder durch harmonische, akustische Klänge von Tasten- oder Zupfinstrumenten, wobei auch mal sphärischer Gesang hinzukommt. Oft genug aber auch dadurch, dass die Stücke so in sich verschachtelt sind und auf mehreren Ebenen elektronische Klänge kein einheitliches Bild ergeben. Dennoch wirkt nichts beliebig, nur muss man sich immer wieder zurechtfinden. Besonders bizarr sind dann aber die Momente, in denen mit verzerrten Kinderstimmen gearbeitet werden, die die Lieder dann wie pervertierte Lullabies wirken lassen.

Das eigentlich perfide ist jedoch, dass jedes Lied dann doch in sich harmonisch wirkt und man die inneren Widersprüche erst bei genauerem hinhören erkennt. Ein subversiver zweiter Teil einer spannenden Trilogie, auf deren Abschluss man jetzt schon gespannt sein darf.

Text: Tristan Osterfeld