Was hat uns der Mann mit unvergesslichen Synthie-Hits reich beschenkt. Er arbeitete mit den ganz großen Künstlern der letzten 40 Jahre zusammen und schuf so einige der besten Disconummern aller Zeiten und entdeckte Künstler wie Donna Summer, die er zur „Queen of Disco“ machte. Es war lange ruhig um dem Südtiroler bis zu seinem Mitwirken an der letzten Daft Punk-Scheibe und es fühlt sich so an, als ob die beiden Franzosen ihn animiert hätten, mit Deja Vu wieder in die Schlacht zu ziehen. Der Titel des Albums erscheint passend, denn das hat man alles natürlich schon mal irgendwo gehört. Es ist natürlich, wie sollte es auch anders sein, wenn der Meister der Discokugel an den Reglern sitzt, ein Disco-Album geworden.

Aber trotz der erlesenen Gäste, die Deja Vu bereichern sollen, klingen die meisten Songs leider recht belanglos. Klar, Britney Spears, Charlie XCX, Kylie Minogue und Sia sind Namen von tollem Klang, aber wie sollen Titel wie das reichlich uninspirierte Cover von Tom’s Diner, wo Britney Spears auf Suzanne Vega macht und wie sollen diese am Reißbrett entstandenen Disco-Nummern, die in den 70ern noch genial waren, 40 Jahre später noch einen Hund hinterm Ofen hervorlocken?

Vielleicht ist 74 doch nicht das neue 24, wie uns Moroder hier glaubhaft versichern will, aber ein Denkmal hat er sich für sein Lebenswerk natürlich trotzdem verdient.

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Text: Dennis Kresse