Es muss ja auch nicht immer mit Gesang sein. Das mutet zwar vielleicht mal ungewöhnlich an, aber gerade das Ungewöhnliche ist es ja, das einen oft neugierig macht. So wie im Falle der belgischen Band Go March, die ihr Album eben auch Go March genannt hat und darauf einen Post Punk-Sound zelebriert, der nicht unwesentlich von deutschen Proto-Techno-Acts beeinflusst wurde. Das mag sperrig klingen, konfus vielleicht sogar, ist es aber eigentlich gar nicht, denn es überwiegen hier eindeutig die rockigen Klänge, die elektronischen Anteile begegnen eher verspielt als melodiöse Anteile in dem Ganzen. Was dabei nie auf der Strecke bleibt: der Spannungsbogen.

Spannend ist es dabei schon, wenn sich Stücke aufbauen – mit repetitiven Elementen, die sich zunächst hintergründig immer mehr steigern, bis auch vordergründig davon etwas zu vernehmen ist. Rhythmus-Gruppen ergänzen sich und es entstehen treibende Rock-Nummern, die zum Mitgehen animieren, in denen man sich gleichermaßen fallen lassen kann. Das alles geschieht in einem Spiel verschiedener Dynamiken, die von Stück zu Stück variieren und so für weiteres Abwechslungsreichtum sorgen. Dass es dabei nur acht Stücke sind, die man hört, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Albumlänge durchaus erreicht wird. Längen von über fünf Minuten sind die Regel, schon allein durch den fehlenden Gesang ist man ohnehin schon von gängigen Formaten entfernt.

Ein gelungenes Debüt-Album für Freunde der etwas spezielleren Klänge ist Go March hier gelungen, bei dem das Reinhören ausdrücklich zu empfehlen ist.

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Text: Marius Meyer