Ob sich die EMI damit einen Gefallen getan hat? Nach einer EP setzte sie die Grande Roses wieder vor die Tür. Konsequenz: Man reduzierte die Zahl der Aufnahmetage kurzerhand von 12 auf 4 und mischte bei einem Freund – das Ergebnis: ehrliche und harte Arbeit in Sachen Rock-Musik. Entstanden sind zehn Songs, die das kleine und große Einmaleins des Rock blind beherrschen und dies mit Herz und Tempo zelebrieren. Schon der titelgebende Opener des Albums zeigt das sehr ansprechend. Mit Druck von der Bass-Drum, ersten Gitarrenriffs und betontem Gesang geht es nach vorne und man bekommt bereits eine erste Ahnung davon, was hier folgen wird.

Auch die weiteren Stücke des Albums halten, was bereits der Opener verspricht. Bullets beispielsweise geht keine Kompromisse ein, hält das Tempo hoch, zeigt aber auch, wie einfühlsam der Gesang vom Göran Andersson ist. Trocken und Riff-freudig gehen sie nach vorne und zeigen, dass in einer verblüffenden Einfachheit das Erfolgsrezept liegt. Denn: Einfach heißt keineswegs simpel. In ihren Songs vermengen Grande Roses große Gefühle, Melodien und eine gewaltige Energie. Und das mit Abwechslungsreichtum. As the poison it is beispielsweise hat zwar hohes Tempo, aber klingt in seinen Strophen weitaus verhaltener als manch anderer Song auf Disease: Die Strophen leben eher von vereinzelten Gitarrenläufen, bevor dann erst im Chorus wieder auf den Verzerrer getreten wird.

Hört man bei dem Quintett aus Stockholm genau hin, so merkt man schnell, dass man es hier mit einer Band zu tun hat, die sicherlich auch im Stadion funktionieren würde. Haken der Sache: Man muss die Menschen erst einmal davon überzeugen, das Stadion zu besuchen und dieser Band Gehör zu schenken. Wie sehr es sich lohnt, wird auf Disease mehr als deutlich.

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Text: Marius Meyer