Einen irreführenderen Namen als Protoype für das fünfte Album von Greyhound gibt es wohl kaum. Jedenfalls wird einem als Hörer nicht ganz klar, was an dem Album prototypisch sein soll. Man mag es als Ironie verstehen oder als falsche Bescheidenheit, ganz klar wird es einem aber nicht. Sucht man eine Erklärung, dann findet man sie in der Albenbeschreibung, da man mit viel Selbstreflexion an das Album gegangen ist und dieses auf persönliche Erfahrungen, zwischenmenschliche Kommunikation, das Gefühl von Stress u.a. Bezug nimmt. Wenn das ganze jetzt rohschnittartig präsentiert wäre, dann mag es ja prototypisch anmuten, aber dafür wirkt das Album einfach zu durchdacht.

Fünfzehn Lieder warten auf den Hörer, in denen verschiedene Gefühle auch deutlich werden. Nur um ein paar Beispiele zu nennen: Brainstalker und Can you feel it? sorgen für Stressgefühle, während Prototype III hypnotisch wirkt. Kontaktsperre baut undurchdringliche Mauern aus Beats und Soundscapes auf und gibt einen Eindruck von gestörter Kommunikation. Bei If noise would be my language ist der Name Programm und Even deeper wirkt beinahe oszillierend und zieht einen wirklich in seine Klangstrukturen hinein, bis dann das noisige Fade away einen hart in die Realität zurückwirft und das Album beendet.

Es geschieht viel auf Prototype. Nicht nur sind die Lieder abwechslungsreich, auch innerhalb der Lieder treffen viele Ebenen aufeinander, die sich zwar entschlüsseln lassen, aber einem den Überblick über das Album zunächst einmal schwer machen, was das Album aber umso spannender macht.

Text: Tristan Osterfeld