Die Erfolgsgeschichte von Haley Bonar beginnt in einem kleinen Club in Minnesota. Dort wurde sie von Alan Sparhawk, dem Sänger der Band Low entdeckt. Die damals 19-jährige junge Frau sang in dem kleinen Laden und spielte Gitarre – so gut, dass Sparhawk spontan entschied sie mit auf Tour zu nehmen. Bereits eine Woche später setzte sich Haley mit einem Schlagzeuger in ihren Honda Civic und fuhr los. Im Vorprogramm von Low ging es quer durch die USA. Die ersten Fans konnten gewonnen werden, die ersten Platten entstanden und der Bekanntheitsgrad wuchs immer weiter. Immer wieder waren Kritiker begeistert, zehn Jahre lang wurde eine Platte besser bewertet als ihr Vorgänger. Neben den eigenen Alben wirkte Haley Bonar auch an diversen Kollaborationen mit, beispielsweise mit Andrew Bird oder Justin Vernon von Bon Iver. Jener ist auch auf dem neuen Album Last War von Haley Bonar zu hören.

Insgesamt neun Songs haben den Weg auf die Platte gefunden, nicht gerade viel möchte man meinen. Dafür haben die Stücke es aber in sich, Klasse statt Masse ist das Stichwort. Der erste Song Kill The Fun erzählt eine sehr emotionale Geschichte von einer Reise mit einem Liebhaber und wirkt durch die ehrlichen Worte der Sängerin sehr natürlich. Andere Themen sind zum Beispiel Fantasien über eine unwahrscheinliche Zukunft. Grundlegend hat man durchgehend das Gefühl, dass Haley sehr nah und präsent ist, so als würde sie aus ihrem Tagebuch vorlesen und ihre persönlichsten Erlebnisse an den Hörer heranlassen. Dabei sind die Arrangements vielschichtig und komplex und leben von einer unerklärlichen Spannung, welche von der Sängerin ausgeht. Neben ihrem neuen Album Last War treibt es Haley Bonar auch in die Klubs, sowohl in den Staaten als auch in Europa. So gibt es nicht nur Termine in Amsterdam oder London, sondern auch zwei Auftritte in Deutschland. Im kleinen, schnuckeligen Blue Shell in Köln wird die Sängerin aufschlagen – die passende Location, die nicht nur die Songs und ihre persönlichen Inhalte nah an die Zuschauer herankommen lässt, sondern auch die Sängerin selbst. Für Fans von emotionalen Gesängen und vielschichtiger Musik eine klare Hörempfehlung.

Homepage: www.haleybonar.com
Facebook: www.facebook.com/HaleyBonarMusic
Twitter: www.twitter.com/haleybonar

Text: Dennis Kresse