Laut einer Umfrage kennen 99% der Bundesbürger Heino. Wer weiß, ob er nicht das fehlende Prozent mit der jetzt erscheinenden „Skandal“-CD Mit freundlichen Grüßen auch noch erreicht. Natürlich haben wir es hier nicht mit einem Skandal oder gar einem „verbotenen Album“ wie es reißerisch auf dem Cover steht zu tun, sondern mit eine gut geölten PR-Maschine, die geschickt ins Laufen gebracht wurde. Heino, der in den letzten 40 Jahren ordentlich Dreck fressen musste, was er mit politisch polarisierenden Liedern wie der schwarz-braunen Haselnuss auch ein wenig selbst schuld war, beweist hier durchaus seinen Humor und sein Gefühl für Selbstironie. Was man von den Bands, die Heino hier covert nicht behaupten kann, wenn man sich die Presseinfos von Rammstein oder Die Ärzte so anguckt.

Wobei es wahrscheinlicher ist, dass ihnen einfach was vom Blatt mit den großen vier Buchstaben in den Mund gelegt wurde, es wäre nicht das erste Mal. Aber zurück zu dem Dutzend Songs auf Mit freundlichen Grüßen: Es ist witzig, wie Heinz Georg Kramm aka Heino aus Düsseldorf – um eine Frage direkt zu beantworten: die Hosen bleiben verschont – hier einige Nummern aus der deutschen Rock- und Pop-Geschichte, man muss es so sagen, zelebriert.

Sportfreunde Stiller, Peter Fox, Clueso und andere werden hier durch den Kakao gezogen und beweisen, dass Heino auch ironisch austeilen kann. Er, der schon Opfer von verschiedenen Parodien wie im ersten Otto-Film war, als er an Michael Jacksons Thriller erinnernd als Zombie auf einem Friedhof veralbert wurde, nimmt jetzt einen Tarantino-mäßigen musikalischen Rachefeldzug auf.

Aber das ist natürlich alles nur Spaß und gut gemachtes Marketing, aber ein Stück wie seine Version des Die Fantastischen Vier-Stücks Mit freundlichen Grüßen wird bestimmt die bevorstehenden Karnevalsfeten bestens unterhalten. Mehr nicht, aber eben auch nicht weniger.

Homepage: www.heino.de
Facebook: www.facebook.com/pages/HEINO/113353862046821

Text: Dennis Kresse