„File under: Singer/Songwriter, Folk“, sagt die Beschreibung zur CD. Die Reihenfolge stimmt, denn zwar ist Hemlock Smith, der hier sein viertes Album veröffentlicht, ein Singer/Songwriter, aber er lässt sich auch gerne unterstützen auf dem Album. Da kam dann auch mal eine Rhythmus-Gruppe zu Besuch, Streicher sind zu hören, das Piano erklingt… Und doch bleibt eine sehr intime Atmosphäre bestehen, die nicht nur intim, sondern im gleichen Moment auch unheimlich ist. Dabei verarbeitet Hemlock Smith auf dem Album eine Menge Einflüsse und Emotionen, präsentiert sich aber immer wie aus einem Guss und bewahrt seine eigene Handschrift.

Rauchig präsentiert sich Smith auf Stücken wie Death ain’t got no Mercy, das man sich gut in einer zwielichten Kneipe vorstellen kann. Ein Einfluss, der hier unweigerlich herauszuhören ist, ist Tom Waits. Klassischer hingegen The Leper Dogs of May, das Piano und Streicher zu bieten hat und dabei sehr emotional klingt. Im Chorus steigert sich die Dramatik, während in den Strophen die Traurigkeit überwiegt. Wenn dann der französische Titel Je n’ai Paris erklingt, begibt sich Smith gar in die Nähe eines Jacques Brel.

Das Konzept des Albums könnte man auch als „Singer/Songwriter + X“ bezeichnen, wobei das X hier dafür sorgt, dass die Spannung des Albums bis zum Schluss angehalten wird. Denn gerade die Farbtupfer durch Streicher und co. machen Everything has Changed sehr abwechslungsreich und sorgen für dichte Atmosphären. Ein wirklich starkes Werk!

Homepage: www.hemlocksmith.ch
Facebook: www.facebook.com/pages/HemlocksmithCH/259963924043934

Text: Marius Meyer