Wer sich schon sein eigenes Genre erfunden hat, muss sich nicht ständig selbst erfinden. Das scheint der Grundgedanke zu sein, der bei den Mannen um Ville Valo gewaltet hat. Denn das neue Album Tears On Tape ist sicherlich nicht die Neuerfindung des Rades der Finnen. Stattdessen machen sie einfach das, was sie können: den besagten Love Metal. Damit dieser seine Wirkung so entfalten kann wie geplant, haben sie bei der Aufnahme nicht den direkten Weg gewählt, sondern die Stücke zunächst als Akustik-Versionen arrangiert und erst später elektrifiziert. Mit dem Resultat, dass der Sound nun gewohnt gesättigt klingt, aber das Gefühl nicht zu kurz kommt.

Love Without Tears ist so ein gutes Beispiel dafür. Nicht nur, dass man gleich zwei der beliebten Schlüsselwörter der Band mit dabei hat, sondern auch melancholischen Düster-Rock mit schmachtendem Gesang von Ville Valo, der zu berühren weiß. Aber es darf auch ruhig mal etwas mehr Härte sein auf dem Album. I Will Be The End Of You zum Beispiel tritt deutlich auf den Verzerrer, hat gesättigte Riffs und geht mit Druck nach vorne. Auch das Tempo wird da schon mal angezogen. No Love ist ein Beispiel hierfür, das aber auch hier natürlich nicht das Gefühl vermissen lässt.

Natürlich: HIM haben sich auf diesem Album nicht neu erfunden und die großen Überraschungen bleiben aus. Das wäre allerdings die negative Sichtweise. Es überwiegt jedoch deutlich die positive Sicht, denn die 13 Stücke sind dunkel gefärbte Rockmusik in Top-Form, die HIM weiterhin in Perfektion zelebrieren. Ein starkes Album!

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Text: Marius Meyer