Hollerado packen sofort. Mit festem Griff reißen sie den Hörer direkt auf die Tanzfläche und lassen ihn vor dem letzten Ton von White Paint nicht mehr los. Die Kanadier rocken sich durch ihre Welt und überzeugen damit so, wie es zuvor wohl nur die Debütalben von Billy Talent oder Jimmy Eat World schafften. Dabei bleiben sie wandelbar, finden sich zwischen Britpop und Americana zurecht, ohne die diversen Abzweigungen, die sich ihnen bieten dabei außer Acht zu lassen. Man könnte es wohl Gute-Laune-Rock nennen, vielleicht auch Collegerock, aber beides trifft die Musik von Hollerado nur teilweise. Da verwundert es wenig, dass die Herren aus Ottawa bereits mit jeder Menge Airplay und einem Supportprogramm zum Zungeschnalzen aufwarten können.

Allerdings kann man sich sofort vorstellen, dass sie auch als Mainact ganz wunderbar funktionieren. Auch ohne bei Konzerten gewesen zu sein, fühlt man nach Genuss von White Paint den ertanzten Schweiß auf dem eigenen Rücken. Wenn das einer Band auf einem Album gelingt, dann hat diese Band eine ganze Menge richtig gemacht. Glücklicherweise erlaubt sie dem Hörer mit Lonesome George eine kurze Pause, bevor es dann wieder in schweißtreibende Höhen geht.

Und wo ich gerade vom Glück spreche… Selbiges hat der Käufer auch durch die 4 Bonustracks, die sich auf White Paint befinden und das frühe Schaffen von Hollerado umreißen. Rundum gelungen, obwohl weiße Farbe ja eher als langweilig bekannt ist. Hollerado belehren uns eines Besseren.

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Text: Simon-Dominik Otte