Dass Peter Jackson den Herr der Ringe verfilmt hat, ist neun Jahre her. Nun erzählt er die Vorgeschichte zu dem Epos mit The Hobbit, dessen Geschichte etwa 60 Jahre vor den Ereignissen vom Herr der Ringe spielen soll. Die Erwartungen an den Film waren entsprechend hoch, ist doch Tolkiens Mittelerde längst nicht nur eine in Büchern existente Welt, sondern existiert in zahllosen Merchandise-Artikeln, Brettspielen usw. Die Fangemeinde ist groß und es war sicher die richtige Entscheidung, für den Soundtrack wiederum Howard Shore zu engagieren. Selbst wenn man den Film nicht gesehen hat, weiß der Mann Spannungsmomente richtig musikalisch zu verpacken und das epische Gefühl von Tolkiens Welt ebenfalls rüber zu bringen.

Viele orchestrale Passagen finden sich, die mit Chören unterlegt sind. Auch erkennt man in der Musik Passagen in Hobbingen wieder, die deutlich verspielter wirken. Zwei Stücke sind außerdem mit Gesang unterlegt: Misty Mountain wird von Richard Armitage gesungen und wirkt majestätisch und archaisch. Song of the lonely Mountain, gesungen von Neil Finn hat dagegen 70er Folk-Charakter und beiden fügen sich in den Soundtrack gut ein.

Es fallen zusätzlich einige musikalische Zitate aus dem Herr der Ringe-Filmen auf, wobei man nicht weiß, ob positiv oder negativ: Einerseits grinst man, wenn man sie erkennt, andererseits treten sie mitunter ein paarmal zu oft auf.

Der Soundtrack soll den Film stimmungsvoll unterstützen und das schafft er. Ob und wie oft man den Soundtrack aber privat hört und ob sich deswegen die Anschaffung lohnt, sollte jeder für sich entscheiden. Falsch macht man sicherlich nichts, aber bei der Art von Musik kann es nach erster Euphorie zu Sättigungserscheinungen kommen. Aber auch das sollte jeder im Langzeittest für sich ausprobieren, musikalisch ist er jedenfalls mehr als gelungen.

Text: Tristan Osterfeld