Wer gleich mit einem Hit in die Karriere startet, kann schnell in einem schweren Stand enden. Hurts gingen mit Wonderful Life und Stay, den Hitsingles des Debüts Happiness bereits von vornherein sprichwörtlich durch die Decke und bestritten mit lediglich einem Album im Gepäck eine höchsterfolgreiche Tour, die sie an den Rande des Wahnsinns brachte. Also Rückbesinnung nach Manchester, Wohnung anmieten, einschließen und Monate lang an neuen Songs basteln. Dass dabei mit Miracle ein konsensfähiger und gleichermaßen gelungener Single-Hit bei rauskam, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das neue Album Exile so einiges an Abwechslungsreichtum bietet.

Sandman zum Beispiel ist ein verschaltelter Elektro-Song, der dennoch eingängig ist und gar ein bisschen R&B aufweist. Kantiger hingegen ist eine Nummer wie The Road, das druckvoll agiert und Geräuschwände aufweist, die zeigen, dass die Musiker privat auch gerne mal ein wenig Industrial hören. Auch Cupid beweist, dass Hurts anno 2013 gerne mal ein bisschen sperriger klingen als auf dem glatter wirkenden Vorgänger. Dennoch geht die Harmonie dabei nie verloren und Hurts beweisen immer wieder, warum sie eben die großen Erfolge feiern. In Somebody To Die For beispielsweise schmachtet man sich durch und kann mit Eingängigkeit und Gefühl hochkarätiges Songwriting zeigen.

Hurts haben die Herausforderung angenommen und mit Bravour erledigt: Nach dem überaus erfolgreichen Erstling Happiness haben sie mit Exile einen erfreulichen Zweitling geschaffen, der Weiterentwicklung auf der einen Seite und das Händchen für den richtigen Klang am richtigen Ort auf der anderen Seite zeigt. Sehr gut!

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Text: Marius Meyer