Keine leichte Kost, die Hydras Dream einem da vorsetzen, aber bei einer Vertonung von Hans Christian Andersens Geschichte Das Mädchen mit den Schwefelhölzern hätte man auch nicht viel anderes erwarten können. Und wenn dann noch zwei absolut talentierte Musiker zusammentreffen, ergibt das Synergieeffekte, die einen dann, so ironisch das bei diesem Konzept sein mag es zu sagen, nicht kalt lassen. Die Rede ist von Matti Bye, der schon den Soundtrack für Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand schrieb und für seinen Soundtrack zu Faro auch den Guldbaggenpreis in diesem Jahr gewann und Anna von Hausswolff, einer schwedischen Sängerin und Pianisten.

Beide folgen dabei grob der Geschichte, wobei der Erfrierungstod wie im Märchen verträumt daherkommt und an bessere Orte erinnern will, gleichzeitig ist da diese permanente Gewissheit, dass die Kälte letztendlich das Mädchen töten wird, aber es wird immer nur angedeutet. So ist Hypothermia absolut friedlich, aber in düsteren Moll-Tönen gehalten, während Loose your slippers an Alarmsirenen erinnert. Grandma’s appearance wirkt dagegen völlig harmonisch und der Abschluss The End wirkt wie eine Elegie und gleichzeitig wie ein Hoffen auf eine bessere Welt.

Wie treffend die einzelnen Lieder die Geschichte wiedergeben ist erstaunlich und selten hört man Alben, die von so einer musikalischen Schönheit sind und doch so traurig dabei wirken.

Text: Tristan Osterfeld