Die im Jahre 2009 gegründeten Ilydaen legen nach ihrem aus dem Jahr 2012 stammenden Erstlingswerk Digressions im November 2014 mit Maze das Nachfolgewerk vor. Und die belgischen Postrocker lassen keinen Zweifel an ihren Ambitionen. Roh verzerrte Gitarren, treibende Beats, Loops à la Russian Circles, Klangschichten und Gitarrenwände die sich auftürmen und die wieder abgetragen werden. Ilydaen gehören zweifelsohne zu den dunkleren Bands des Post-Rock-Genres. Bereits die ersten Tracks geben einen Eindruck, davon, auf welche Reise uns Ilydaen mitnehmen wollen. Lux und 1/121 treiben wütend und brachial nach vorne. Die Gitarren schlagen tiefe Schneisen und bereits im zweiten Track werden vielschichtige Gitarrenwände zu einer mächtigen Wall of sound aufgebaut.

Curves & Saeptums wirkt deutlich filigraner und beginnt mit einem verspielten Groove, bevor ab Minute 3:30 die Gitarren ihr unaufhaltsames Wirken beginnen. Schicht um Schicht wir mit einander verwoben, klar und präzise. Bis das stakkatoartige Ende in kurzen und harten Riffs einsetzt.

Argon Walls ist ein kurzes Zwischenspiel, das fast schon verträumt beginnt. Doch bevor man sich in Sicherheit wiegen kann, sägen dröhnende Gitarren in das eröffnende Thema und ziehen dunkle Wolken vor den grauen Himmel. Breach gerät wieder deutlich treibender. Schlagzeug und Bass marschieren nach vorne und nehmen nur selten einmal eine Atempause. In diese bauen verhallte und delaylastige Gitarren sphärisch-verträumte Landschaften; ehe Schlagzeug und Bass dann doch wieder alles einreißen und vorantreiben. Ein Hypnotisch-düsteres Gitarren-Riff kündigt und markiert das Ende dieses Tracks. Nach dem düsteren Quandary wird dem Hörer mit dem verträumt beginnenden Stokkole eine Verschnaufpause gewährt, um zum Ende hin mit Daedalus und Shelter noch einmal kompromisslos loszuschlagen. Bereits Daedalus ist erbarmungslos und zieht den Hörer in den Strudel hinein. Shelter setzt ihn dann endgültig fest. In der mehr als acht Minuten langen Endnummer brennen Ilydaen noch einmal ein Feuerwerk ihres Könnens ab. Gitarren sägen sich ins Gehör. Die drums treiben unaufhaltsam in einem beharrlichen Midtempo-Groove nach vorne. Düstere Gitarrenattacken prasseln aus den Boxen. In der Mitte des Tracks fällt Shelter in sich zusammen. Mit einer leisen Gitarrenmelodie beginnt der zweite Teil, der sorgsam aufgebaut wird. Und wenn man sich gerade auf eine Wiese gelegt hat, um den Wolken nachzuschauen, muss man sich vor einer wütenden Stampede in Sicherheit bringen, die durch die letzten Minuten des Albums walzt.

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Text: Thorsten Lühl