Live kann man die wahren Fähigkeiten von Bands meist besser einschätzen, als wenn man Musiker im Studio hört, wo zum Teil aus dünnen Stimmen mit einer Menge Hall und unzähligen Overdubs große Vokalisten werden. Wer solche Spielereien nie nötig hatte und auch im 47. (in Worten: siebenundvierzigsten) Jahr nach Gründung nicht nötig hat, sind Jethro Tull, die mit Mastermind Ian Anderson einen der kreativsten Köpfe im Bezug auf Texte und musikalische Umsetzungen als Kapitän besitzt. Jetzt erscheinen mit „Living with the past und „Nothing is easy“ zwei Konzerte der Band mit der Querflöte aus zwei total unterschiedlichen Stationen ihrer bemerkenswerten und höchst beachtlichen Karriere.

Living in the past ist ein Querschnitt der Europa-Tourneen zwischen 1989 und 2002 und präsentiert den Flötenschlumpf Anderson und seine Begleitband um den Ausnahmegitarristen Martin Barre (wie kann ein Gitarrist besser heißen) in Bestform und bietet einige All-time-Classics wie Aqualung, Life is a long song oder das unkaputtbare Locomotive Breath.

Musikalisch rauer hingegen klingt die zweite Live-CD dieser empfehlenswerten Box, die beim legendären Isle of Wight-Festival 1970 entstand und die beweist, warum Jethro Tull zu ihrem Karrierebeginn als Hard Rock-Band galten. Mit einer enormen Wucht kommen die Songs wie etwa To cry you a song oder Nothing is easy daher und auch das Bourée, von einem gewissen Johann Sebastian Bach komponiert, kann man hier mal wieder hören. Eine der besten Live-Bands aller Zeiten mit zwei tollen Konzerten.

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Text: Dennis Kresse