Man betrachtet, bevor man eine Rezension schreibt, erstmal das Cover und ist verwirrt. Sollte das nicht eine neue CD sein? Aber warum erinnert das Cover ausgesprochen an Plattenhüllen von Doris Day, Peggy Lee, Julie Andrews oder Connie Francis? Die Erklärung ist schnell gegeben, wenn man das Album Mischievous Moon anhört. Eine hervorragende Ansammlung von Titeln, die Jill Barber mit ihrer charismatischen Stimme und großem Orchester hier vereinigt hat. Überraschenderweise für Aufnahmen dieses Genres verzichtet die junge Kanadierin auf Mischievous Moon völlig auf das Covern der großen Vorbilder und hat in den Rocky Mountains alle zwölf Stücke selbst geschrieben, beziehungsweise mit den bekannten Musikern Ron Sexsmith, dem kanadischen Urgestein oder Arrangeur Lee Cooper.

Hier wird im besten Burt Bacharach-Stil gecroont und an die großen Damen der 50er Jahre erinnert. Clever konzipiert setzt einen Jill Barber in eine Zeitmaschine in die Zeit der Petticoats und der Pomade im Haar und lässt einen mit einem Augenzwinkern zurück. Die Instrumentierung ist mit Streichern natürlich recht schwülstig, aber geht nie in Kitsch über, im Gegenteil, sehr emotional kommt dieses überraschend anders aufgebaute Album rüber.

Da kann man eine Oboe hören oder andere Instrumente, die man heutzutage nicht mehr ganz so oft hört. Immer wieder erstaunlich, wie sicher sich Jill Barber in dem Metier zurechtfindet, das sie eigentlich erst spät für sich entdeckt hat. Sie ist zwar noch keine Shirley Bassey, aber den Vergleich mit Duffy oder ähnlichen Kalibern muss „die“ Barber nicht scheuen.

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Text: Dennis Kresse