Das dritte Album des Texaners wird wohl bald erscheinen, vorher wird allerdings das Debütalbum Through the Walls noch einmal veröffentlicht. Darauf zu hören sind acht Lieder im Singer/Songwriter-Stil, die stellenweise sehr lang ausgefallen sind. Mehrmals gehen sie über sieben Minuten, einmal sogar über neun. Eingeleitet wird das Album vom Geräusch, wie eine Tür aufgeschlossen wird, einem Gang zum Kühlschrank, dem Auffüllen eines Glases mit einer Flüssigkeit und schließlich dem Geräusch einer Nadel, die über eine Platte geht. Schon mal ein stilvoller Einstieg in Through the Walls, der aber hier noch lange nicht vorbei ist. Denn was sich im Intro als erster Eindruck andeutet, hält sich über das ganze Album.

Musik zum Zurücklehnen, Nachdenken, Seele-baumeln-lassen und Genießen. Dazu gibt es sowohl verträumte Passagen als auch experimentelle mit verzerrten Gitarren. Mal geht man in psychedelische Gefilde, mal in den Blues, aber immer mit der einfühlsamen Stimme Simons, die über den Liedern zu schweben scheint. Besonders in Predator wird das Album beinahe sakral.

Ein Debüt, das sich die Neuveröffentlichung verdient hat. Viel zu entdecken, viel zu hören und alles spannend arrangiert. Vielleicht auch ein guter Ausgangspunkt, um sich mit dem restlichen Schaffen Jon Simons auseinander zu setzen. Zumindest, wenn das danach gekommene Schaffen ähnlicher Qualität ist.

Homepage: www.jonsimons.com

Text: Tristan Osterfeld