Er galt als Wunderknabe der Bluesmusik und nahm mit 14 sein erstes Bluesalbum auf, was einen stark überraschte. Erst einmal von der Stimme, die nun wirklich nicht nach seinen Altersgenossen klingt und dann durch dieses brillante Gitarrenspiel, das klang, als habe sie ein erfahrener Gitarrist aufgenommen. Seine Nummer Lie to me wurde zu einem Hit in den USA und wurde auch hierzulande gerne gehört. Danach wurde es ein wenig ruhiger um Johnny Lang und nicht nur Blues-Experten fragten sich, wo denn dieser hochtalentierte Knabe eigentlich geblieben ist. Jonny Lang hat geheiratet, einen Sohn gezeugt und es sich gut gehen lassen, nun erscheint mit Fight for my soul das langerwartete neue Album des mittlerweile 32-jährigen Manns aus Fargo, North Dakota, USA.

Drei Jahre haben die Arbeiten an Fight for my soul gedauert und diese akribische Arbeit zahlt sich in allen 11 Tracks des Albums aus. Nicht mehr ganz so Blues-lastig, dafür mit mehr Anteilen an Motown Soul und sogar Funk-Elemente kann man hier finden, z.B. im Opener Blew up (the house). Barry Alexander (Schlagzeug), James Anton (Bass), Akil Thompson (Rhythmusgitarre), Dwan Hill (Keyboards) und Backgroundsängerin Missi Hale sind hier die idealen Begleiter, die dem ehemaligen Wunderkind genügend Platz geben, um mit seinen Soli und seiner Stimme zu punkten.

We are the same ist beispielsweise ein Song, in dem sich Jonny Lang eher wie ein Sänger aus der Zeit von Otis Redding, Marvin Gaye oder Stevie Wonder anhört. Abwechslungsreiche Ideen, gut ausgeführt. Ob es für den erneuten Durchbruch reichen wird, ist offen, aber ein toller Musiker ist Jonny Lang nach wie vor.

Wer sich von den Livequalitäten des Mannes überzeugen möchte, dem sei ein Besuch bei einem der folgenden Konzerte ans Herz gelegt:

08.10. Hamburg – Fabrik
09.10. Bochum – Zeche
10.10. München – Muffatwerk
16.10. Bonn – Harmonie – im Rahmen des WDR Rockpalast „Crossroad“ gemeinsam mit den „Fog Joggers“

Homepage: www.jonnylang.com
Facebook: www.facebook.com/JonnyLang
Twitter: www.twitter.com/jonnylangband

Text: Dennis Kresse