Wenn sich eine Sängerin Hilfe von drei Grunge Legenden holt und die auch noch zusagen, dann hat man das Gefühl, auf etwas Besonderes gestoßen zu sein. So auch im Fall von Joon Wolfsberg und ihrer Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Pearl Jam-Drummer Dave Krusen und den Jungs von Blind Melon, die mit der Single No rain und dem Video mit dem jungen als Hummel verkleideten Mädchen den damals noch frei verfügbaren Videosender MTV in seinen Grundfesten erschüttern konnten. Zwar ist der Sänger der Band, Shannon Hoon, tragischerweise verstorben, aber der Gitarrist Christopher Torn und Bassist Brad Smith spielen dennoch auch weiterhin eine gewichtige Rolle. Auch was die gerade erst 20jährige Joon hier stimmlich in die Waagschale wirft, das hat Hand und Fuß. Gute Songs die von ihr und ihrem Vater Joe geschrieben wurden und im amerikanischen Nashville im bekannten Tracking Room Studio eingespielt wurden, die überzeugen.

Was Joon hier abliefert, ist ein großes Lob wert, stimmlich liegt sie zwischen den Country-Sängerinnen Faith Hill, die mit This Kiss einen Hit hatte und Shania Twain, dazu erinnert Joon Wolfsberg auch ein wenig an Linda Perry von den 4 Non Blondes, die damals mit What’s Up einen europaweiten Nummer-1-Hit hatten und mittlerweile als Songschreiberin für P!nk oder Christina Aguilera tätig ist.

Aber zurück zu Wonderland: Ein gut produziertes und abwechslungsreiches Album, das einige schöne Stücke beinhaltet wie den Opener Big Fish oder das Titelstück. Irgendwo taucht immer mal wieder eine Bluesharp oder eine Lapsteel-Gitarre auf, ohne dass man gleich fürchten muss, dieses variantenreiche Album würde in eine Richtung umkippen. Joon beweist, dass sie eine gute Alternative zu dem ist, was man sonst von jungen Damen in den bekannten Castingshows vorgesetzt bekommt.

Dass Joon auch die Großen des Genres für sich entdeckt hat, merkt man spätestens beim letzten Song auf Wonderland, einem Song namens Cash & Dylan, der aus Zitaten der beiden Musiker über den anderen besteht und aus einer interessanten Mixtur aus typischen Cash-Stakkato-Sound und dem typischen Dylan-Klängen besteht. Zweifelsfrei der Höhepunkt des Albums.

Ein Album voller Kreativität und guter Ideen ist hier entstanden und es ist keine Sekunde langweilig.

Homepage: www.joonw.com
Facebook: www.facebook.com/JoonsMusic
Soundcloud: soundcloud.com/joon-wolfsberg/sets/2012-wonderland-album/

Text: Dennis Kresse