Musikalisch haben sich Juno Reactor schon in diversen Gefilden elektronischer Musik bewegt. Fing man mit Dance an, kamen mit der Zeit tribalistische Einflüsse hinzu, bis man dann bei Goa landete und schließlich davon zu orchestralen Arrangements wechselte. So richtig kategorisieren lässt sich die Band somit nicht, wenn man nicht einfach alles und nichtssagend feststellen will, dass die Band elektronsiche Musik macht, wobei das dann irgendwie auch das ist, was zumindest alles auf The Golden Sun Of The Great East zu hören ist, umfasst. Detailliertere Beschreibungen erweisen sich als schwierig, da die einzelnen Versatzstücke vom großen Ganzen einfach nicht mehr zu trennen sind und somit isoliert betrachtet einfach nicht das wiedergeben, was wirklich zu hören ist.

Das Album ist eben mehr als die Summe seiner Teile. Das zeigt sich schon zu Beginn beim neunminütigen Final Frontier: Weiblicher Ethereal-Gesang, Goa, technoide Beats und Trance vermischen sich hier. Invisible ist dagegen eher orientalischer beeinflusst und man verliert sich in schnellen, pulsierenden Beats. Interessant auch Transsiberian Express, das fast als eine Technovariante von Laibach durchgehen könnte und Tempest erinnert zumindest entfernt an EBM. Zombie klingt nach Filmsoundtracks und Playing with fire experimentiert mit Disharmonien eines Klaviers und Chören.

So richtig einen roten Faden kann man auf The Golden Sun Of The Great East nicht finden. Das verwundert auch nicht, ist das kürzeste Lied auch fast fünf Minuten lang, alle anderen meist sieben bis acht Minuten. Alles ufert aus, verliert seine Form, alles bleibt jedoch schemenhaft erkennbar. Versucht man jedoch, konkreter zu werden, scheint sich alles aufzulösen. Letztendlich ein Album, das schwer zu beschreiben ist, besser dagegen zu erleben.

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Text: Tristan Osterfeld