Das isländische Duo Just Another Snake Cult veröffentlicht sein viertes Album Cupid makes a fool out of me nun auch in Europa, nachdem es 2013 zunächst nur in Island erschienen ist und dort eines der besten Alben des Jahres war. Just Another Snake Cult machen nach eigenen Angaben „Low-fi and psych pop type stuff“. Das trifft es nur eingeschränkt. Ihre Musik lebt von verspielten Harmonien und überraschenden Wechseln in Tempo, Gesang, Instrumentierung. Mal finden sich Celli und Zitter dann wieder Keyboardsounds, die 80er-Jahre Telespielen entsprungen zu sein scheinen. Mal zieht ein Song entspannt vorbei wie ein Segelboot in einer ruhigen Morgenbrise und mal schlägt er so viele Haken, dass man mit dem Zuhören nicht mehr nachkommt.

Dann wird quasi in Taktfrequenz alles gemixt, was nicht zusammengehört und zu einem großen Ganzen gefügt, dass man sich fragt, wie jemand nur für einen einzigen Song derart viele Ideen haben kann. Bluresque, Zappaesque, ein bisschen wie Mr. Bungle. Wie ein Jahrmarkt voller Überraschungen und Illusionen, mit neuen Gauklern hinter der nächsten Ecke. Der Titelsong Cupid makes a fool out of me ist ein Paradebeispiel für den kreativen Overflow, mit der Þórir Bogason und Helga Jónsdóttir ihre Musik schreiben. Man vermutet ein schelmisches Grinsen hinter jeder Wendung, die ein Song gerade nimmt. Musik, die einen immer wieder überrascht und häufig ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn man zum wiederholten Male über eine unvorhergesehene Wendung gestolpert ist. Gewechselt wird das Ganze dann wieder mit entspannten Nummern, wie Way over yonder in the minor key, die geradezu sparsam und unaufgeregt davontreiben.

Cupid makes a fool out of me ist ein kleines, feines Stück Musik, das den Hörer mit detailverliebten Arrangements und ungewöhnlicher Instrumentierung in seinen Bann zieht.

Homepage: justanothersnakecult.bandcamp.com
Facebook: www.facebook.com/justanothersnakecult

Text: Thorsten Lühl