Zugegeben, es ist kein astreines neues Werk der Band aus Hamburg, aber für Fans von Kante ist die Veröffentlichung von In der Zuckerfabrik schon ein Grund zu feiern. Neun Jahre nach dem hervorragenden Album Die Tiere sind unruhig und acht Jahre nach dem letzten Tonträger Kante plays Rhythmus Berlin haben sich Peter Thiessen und seine Mitstreiter jetzt daran gegeben, ein Best Of ihrer Theatermusiken zu veröffentlichen. Mit In der Zuckerfabrik erscheint ein Album, das sich mit der Arbeit Kantes für die Regisseurin Frederike Heller in den letzten sieben Jahren auseinandersetzt und einige der Nummern aus Doktor Faustus (nach Thomas Mann) am Burgtheater, Dämonen (nach Dostojewski) am Staatsschauspiel Dresden, das Kinderstück Wilde Kerle am Thalia Theater Hamburg und mehrere Stücke an der Schaubühne in Berlin beinhaltet.

Wer Thiessen kennt, der weiß, dass sich der Sänger auch schon vor dem Engagement mit Dichtern wie Voltaire oder Peter Handke beschäftigt hat und diese auch immer in die Lieder von Kante mit einfließen. In der Zuckerfabrik ist eine Herausforderung für den Hörer. Texte, die hoch anspruchsvoll gehalten sind, treffen auf einen Indie Beat, der auch nicht vor Jazz- und Rock-Anleihen zurückschreckt.

Kurt Weill- und Berthold Brecht-Liebhaber kommen beispielsweise bei diesem anspruchsvollen Album für den anspruchsvollen Hörer voll auf ihre Kosten.

Homepage: www.kantemusik.de
Facebook: www.facebook.com/kantemusik

Text: Dennis Kresse