My Best Friend Is You liegt nun bereits zweieinhalb Jahre zurück, da wurde es für Kate Nash Zeit, mal wieder ein Lebenszeichen von sich zu geben. Ein neues Album ist zwar noch nicht in den Startlöchern, aber immerhin: Mit Death Proof erscheint nun auf digitalem Wege eine EP mit insgesamt fünf Stücken, bei denen man sich hinterher vergewissert fühlen kann, dass Kate Nash tatsächlich in letzter Zeit nicht untätig war. Was man auch merkt: Diese EP erscheint keinesfalls nur, um mal eine neue EP herausgebracht zu haben – die Stücke sind ausgereift, präsentieren die Londonerin von ihrer rockigen Seite und können zudem überraschen.

Der Titeltrack als Opener besticht mit einem leichten Lo-Fi-Charme, einem Bass-Riff und sperrigen Gitarren, über die Kate Nash zielstrebig ihre Texte singt. Melodisch und dennoch leicht kratzbürstig begegnet sie hier, was ihr gut steht. Fri-End? setzt das Feeling gut fort und kommt dabei knackig auf den Punkt. Ein bisschen Retro, aber keine Trend-Anbiederung, sondern einfach Kate Nash. Da darf dann auch mal von Kerlen mit Autos geträumt werden: I Wanna Boyfriend With A Car erweckt in seinen knapp zweieinhalb Minuten gar den Eindruck, als gäbe es da eine Seelenverwandtschaft mit Debbie Harry, denn die frühen Blondie schimmern hier deutlich durch. Und wenn schon Namen gedroppt werden hier: All Day and All of the Night ist eine Cover-Version. Kate Nash hat sich hier die Kinks vorgenommen und verwandelt deren Klassiker in ein beat-lastiges Grunge-Stück mit lamentierendem Gesang. Zum Abschluss dann zeigt Kate Nash noch ihre gefühlvolle Seite, wenn auch auf ihre ganz eigene Art – May Queen klänge sehr harmonisch, wenn die Stimme nicht bewusst lo-fi abgemischt wäre. Aber das ist nun mal Kate Nash.

Fünf spannende neue Stücke, die allerdings vor allem Lust auf ein neues Album machen. Zur Überbrückung aber sehr geeignet!

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Text: Marius Meyer