Es weihnachtet wieder ganz gewaltig. Die ersten Weihnachtsmärkte öffnen, der Glühwein erfreut sich höchster Beliebtheit und in den Regalen steht Marzipan und Spekulatius. Nicht so im Plattenladen. Dort scharen sich derzeit wieder die Best Ofs und die Weihnachtsalben. Kelly Clarkson hat das eine schon hinter sich, die Greatest Hits, daher folgt nun in diesem Jahr ein Weihnachtsalbum. Muss das sein? Das ist eine Frage der Perspektive. Aus Hörer-Sicht ein typischer Hoffmann (kann man machen, muss man aber nicht), aus Marketing-Perspektive sieht das vermutlich ganz anders aus. Und da bei derartigen Alben offenbar das Olympische Motto gilt, macht also nun auch Kelly Clarkson mit.

Als Zielgruppe kann man hier zweierlei ausmachen: Kelly Clarkson-Fans und Freunde der ausgeprägten Weihnachtsfeierei. Von beiden gibt es mehr als genug, daher wird es dieses Weihnachts-Album auch nicht schwer haben, sich durchzusetzen. Und nein, sie macht das auch gar nicht schlecht, sondern zeigt, wie sehr sie ihr Handwerk beherrscht. Die Kombination aus freudigen Weihnachtssongs mit positiver Stimmung (Every Christmas) und besinnlicher Stimmung, die zu Weihnachten bekanntermaßen gerne proklamiert, aber viel zu selten gespürt wird, die sie unter anderem in Have Yourself a Merry Little Christmas zeigt, ist gut gewählt.

Weihnachts-Evergreens sind natürlich auch mit von der Partie. In White Christmas beispielsweise träumt auch Kelly Clarkson von der weißen Weihnacht. Wie man sieht: Die Songauswahl ist strategisch gut ausgefallen, die Stücke sind gut vertont. Für Weihnachtsfanatiker sicher ein schönes Album, für Freunde von Kelly Clarkson sowieso, allerdings wirkt es im Großen und Ganzen dann doch sehr aufdringlich, was dem Hörer hier präsentiert wird.

Homepage: www.kellyclarkson.com/de
Facebook: www.facebook.com/kellyclarkson
Twitter: www.twitter.com/kelly_clarkson

Text: Marius Meyer