Unfassbar, was Khost hier auf einen loslassen. Nach nicht mal einem Jahr präsentieren sie ihr zweites Album und hat man auf dem Vorgänger noch die fehlende Balance zwischen den einzelnen Einflüssen bemängelt, so scheint auf eine solche Balance nun gar keinen Wert mehr zu legen. Dass dies nun alles besser macht, hätte man so nicht erwartet, aber es sorgt dafür, dass das Ganze deutlich chaotischer wirkt und Corrosive Shroud einfach wunderbar unberechenbar macht. Das passt dann auch zum Konzept, das eine lebensfeindliche Metropole thematisiert, die dem Untergang geweiht ist. Eine Stadt, in der dennoch okkulte Kräfte am Werk zu sein scheinen, die den Niedergang noch beschleunigen.

Dies wird vor allem durch die schamanischen Gesänge erzeugt, die durch repetitive Doomdrones ergänzt werden. Gelegentliche Streicher wirken elegisch, während die metallischen Industrial-Passagen dann noch einmal den Abgesang auf eine kaputte Welt unterstreichen, auf der es kein entrinnen gibt.

Corrosive Shroud macht letztendlich all das richtig, was auf dem an sich guten Vorgänger noch nicht wirklich ausgereift war. Ein Album, das keine Lichtblicke zulässt und wie eine Orgie den Untergang feiert, der man mit Faszination und Grauen gleichzeitig beiwohnt und sich komplett von dieser Stimmung vereinnahmen lässt…

Text: Dennis Kresse