Eine Rezension zu den Killerpilzen zu beginnen, ist auch so etwas, das von Album zu Album nicht einfacher wird. Bereits bei den letzten Alben wurde immer wieder die einstige Kiddie-Band beschworen. Was man da nun fragen kann, ist höchstens, ob eine Umbenennung der Band sinnvoll gewesen wäre? Jedoch: Wer dahintersteckt, wüsste man eh schnell. Und warum sollte man das verleugnen, was man in sehr jungen Jahren musikalisch veröffentlicht hat? Denn wenn man die Laufbahn der Killerpilze verfolgt, kann man einen erstaunlichen und erfreulichen Entwicklungsprozess nachverfolgen.

„Jetzt ist es an der Zeit, der Öffentlichkeit die Killerpilze mit Mitte 20 vorzustellen“, weiß auch die Band. Und das geschieht mittels einer unvoreingenommenen Herangehensweise. Stücke wie Die Stadt klingt immer noch nach uns präsentieren eine gereifte deutschsprachige Rock-Band, die mit Druck nach vorne geht und eingängige Klänge mit Format präsentiert. Nach elf Jahren, vier Alben und vielen Höhen und Tiefen sind die Killerpilze mit Album Nummer 5 bei sich selbst angekommen. Auch Stücke im mittleren Tempo-Bereich wie Sommerregen, das eine ehrliche Melancholie präsentiert, zeigen eine Band, die längst in ernstzunehmenden Gefilden angekommen ist.

Natürlich ist Grell kein Versuch, irgendwie independent oder so zu klingen und es ist immer noch Musik, die sicherlich eine breite Masse erreichen soll. Jedoch mit ganz anderen Mitteln als die einst gehypte minderjährige Band. Wer aber Bands wie die einstigen Echt rund um Kim Frank mochte, wird (unvoreingenommene Herangehensweise vorausgesetzt) auch mit dem neuen Album der Killerpilze etwas anzufangen wissen.

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Text: Marius Meyer