Wenn TJ Cowgill nicht mit seiner Band Book of the Black Earth in den aggressiveren Bereichen des Metals unterwegs ist, begibt er sich mit King Dude gerne in Folk-Gefilde. Auf dem vergangenes Jahr erschienenen Love ließ man sich dabei stark von europäischen Neofolk-Bands beeinflussen. Nun kommt mit Burning Daylight der Nachfolger, auf dem man sich allerdings von diesem weit entfernt und wandelt stattdessen in den Pfades US-Folks, allerdings nicht, ohne sich wieder in archaische und okkulte Gefilde zu begeben. Der perfekte Soundtrack für Western Noir, über dem der verraucht klingende und überaus sympathische Gesang zu schweben scheint.

Musikalisch gibt man sich abwechslungsreich. Erst im Intro finstere Orgelklänge, bis man dann mit Holy Land archaische Trommeln und Westerngitarren auf einen loslässt. Weiter geht es mit Barbara Ann über eine Frau, für die man töten würde und dass man am besten als Doom Country bezeichnen könnte. I’m Cold wirkt dagegen fast manisch und die Kälte ist sogar spürbar. Vision in Black könnte dann eine bösartige Version eines Johnny Cash-Songs sein. Sehr schleppend auch Jesus in the Courtyard, zu dem bereits ein Video erschienen ist. I Know You‘re Mine ist nur eine Minute lang und auf dieses folgt My Mother is the Moon, bei dem man sich fast in Hippie-Gefilde begibt und eine Frauenstimme zu hören ist. Lorraine ist dann ein weiteres Liebeslied, das nur von einer Gitarre zusammengehalten wird. Anders dagegen You can break my Heart mit ausschweifenden Gitarrenriffs, bis dann Lord I’m coming Home mit Chören einen aus dem Album verabschiedet.

Insgesamt haben King Dude ein spannendes Album geschaffen, das vor allem durch die morbiden Texte noch zusätzlichen Reiz gewinnt. Auch wenn man den Stil des Vorgänger-Albums mochte, schafft es Burning Daylight, dass man diesen nicht vermisst. Eine gute Weiterentwicklung und ein spannendes Album.

Homepage: kingdude.bandcamp.com
Facebook: www.facebook.com/kingdudemusic

Text: Tristan Osterfeld