Hinter dem Namen Kingdom Come steckt mittlerweile nur noch Lenny Wolf, der bis auf die Sologitarre sämtliche Rollen übernimmt, von allen Instrumenten und den Vocals bis hin zur Abmischung. Was er mit dem neuen Album Outlier präsentiert, ist eine überraschend retrospektive Angelegenheit, da das Album durchgängig den Charme der 80er-Jahre bietet, nicht zuletzt wegen den oft recht käsigen Synthesizern. Die Mischung aus Hard Rock, 90er-Jahre-Trance und frühem Industrial ist allerdings eine eher komplizierte Angelegenheit.

Die große Schwierigkeit ist neben dieser mal mehr, mal weniger gut gelungenen Genremischung wohl die Überproduktion. Natürlich passt der Powersound in das Konzept der Musik, aber ein Ausbrechen aus den alten Mustern wäre wünschenswert gewesen. Zu oft fühlt man sich nur an die 80er und 90er erinnert. Was beim Mainstreampop seltsamerweise heutzutage bestens funktioniert, scheint für Herrn Wolf wohl ebenso der Weg in den härteren Gefilden zu sein. Leider kommt mir die Musik dabei zu altbacken und auf eine Art wiederholend vor.

Dabei wäre es mit Sicherheit viel interessanter gewesen, die Songs in einem zeitloseren und dynamischeren Rahmen zu hören, der die Details der Musik wirklich preisgibt. So bleibt letztlich nur eine Art Rockrevue einer Phase, die ich persönlich nicht sonderlich spannend finde. Dennoch werden sicher einige Hörer und Fans Kingdom Comes Outlier sehr zu schätzen wissen.

Homepage: www.lennywolf.com
Facebook: www.facebook.com/kingdomcome.official

Text: Wolfgang Merx