Was jetzt folgt, ist eine Ehrung für Musiker, denen es meilenweit am verlängerten Rückgrat vorbeigeht, ob ihre Musik oder ihr Dialekt gerade angesagt sind oder nicht. Ähnlich der Band LaBrassBanda aus dem Chiemgau sind auch Kofelgschroa aus Oberammergau nicht nur beim bekannten Trikont-Label unter Vertrag, nein, sie bringen beide die Blasmusik in die weite Welt hinaus. Sie heißen Kofelgschroa, Kofel wie der Berg in Oberammergau und Gschroa ,was auf Hochdeutsch „Geschrei“ bedeutet – was es aber ganz und gar nicht ist. Im Gegenteil: Irgendwo zwischen Peter Brugger von den Sportfreunden Stiller, Fredl Fesl und auch ein kleines bisschen Karl Valentin liegt der Gesang der vier Jungs.

Wenn sich Matthias Meichelbröck, Michael und Martin von Mücker und Maxi Pongratz die Blasmusik-typischen Instrumente umschnallen, dann kann man nur begeistert sein, mit welcher Spielfreude die vier „Buam“ hier zur Sache gehen. Nach zahlreichen Auftritten in und um Oberammergau wartete die immer größer werdende Fangemeinde auf das Debütalbum. Jetzt liegt es vor und es ist wie erwartet hervorragend. Es beginnt mit Sog ned, einem Lied, das sich spätestens nach dem zweiten Hören als ungemein guter Ohrwurm entpuppt, den man nicht mehr los wird. Ein wenig Dada hat auch noch keinem geschadet und so grooven sich Kofelgschroa durch das Schlaflied. Ein wunderbares Album, das genial produziert wurde vom Notwist-Bassisten Micha Acher.

Auch für Nicht-Bajuwaren eine höchst empfehlenswerte Platte, die derartig variantenreich mit enorm cleveren Texten daher kommt, dass es eine wahre Freude ist. Der Satz, der hier an anderer Stelle schon mal stand, gilt auch für Kofelgschroa: „Blasmusi ist der neue Punk!“

Homepage: kofelgschroa.by

Text: Dennis Kresse