Wie heißt es so schön? Alles geht einmal zu Ende. Und das gilt – leider – auch für die hervorragende Arbeit von Jimmy Page, der alle Studioalben von Led Zeppelin einem Re-Issue unterzogen hat und was dabei herauskam, hat den Zep-Fans sehr gut gefallen. Jetzt erscheinen mit Presence aus dem Jahr 1976, In through the out door (1979) und Coda (1982) die letzten Studioaufnahmen der Band, die sich trennte, als ihr Schlagzeuger John „Bonzo“ Bonham am 25.09.1980 überraschend verstarb und seitdem nur noch sehr selten mal live zu sehen war, wie etwa beim Live Aid Festival 1985 oder bei der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame 1995 wo der Sohn von Bonzo, Jason an den Fellen saß.

Pages letzte Arbeit beginnt mit Presence, einem im Winter 1975 binnen drei Wochen in München entstandenen Album, der einzigen LP im Oeuvre , in dem keine Keyboards und akustische Gitarren benutzt wurden und in der man die ersten Heavy Metal-Anteile deutlich vernehmen kann, vor allen Dingen im Opener Achilles last stand, der mit 10:25 Minuten zu den längsten Stücken von Led Zeppelin gehört.

Die Texte sind persönlich und handeln von Verlustängsten, entstanden sie doch in der Gesundungsphase in Malibu, nach einem schweren Verkehrsunfall Robert Plants. In Deutschland nur auf Platz 27, erreichte dieses siebte Album in den USA und in England einen Platz 1.

Im Jahr 1978 wurde die Musikwelt von der Punkbewegung erschüttert und solche Dinosaurier wie Led Zeppelin hatten einen schweren Stand, sich gegen die Anfeindungen der Sex Pistols, die mit einfachsten musikalischen Mitteln gerade große Erfolge feiern, durchzusetzen. In through the out door ist eher ein John Paul Jones Album, da sich der Rest der Band in privaten Krisen befand. Mit Einsatz eines Roland Synthesizers, die Ende der 70er Jahre raus kamen, schaffte es die Band einen neuen Sound zu kreieren. Eine Single wurde mit Fool in the rain veröffentlicht, aber wer konnte schon ahnen, dass es sich um das letzte reguläre Led Zeppelin Album handeln würde. Auf einer zweiten CD darf sich der geneigte Zep-Fan über rare Aufnahmen freuen.

Coda ist mehr oder weniger eine Art Nachlassverwaltung einer der prägenden Bands aller Zeiten. Bei jeder Aufnahmesession blieben zahlreiche Songideen ungenutzt und wurden nach dem Tod von Bonham und der damit verbundenen Auflösung der Band auf Coda zusammengefasst. Interessante Nummer aus allen Phasen der Gruppe zwischen 1968 und 1980.

Neben bekannten Nummern wie We’re gonna groove oder I can’t quit you Baby enthält diese Kompilation einige Titel wo man sich fragt, warum diese nie auf regulären Led Zeppelin-Alben berücksichtigt wurden, wie Darlene oder das an Moby Dick erinnernde zweite Schlagzeugsolo Bonzo’s Montreux.

Natürlich wurde auch Coda um diverse Bonustracks erweitert und zwar um 15, die sich auf zwei Bonus-CDs verteilen.

Vielen Dank Jimmy Page für die tolle Arbeit. Aber da liegen doch noch diverse Liveaufnahmen in den Archiven. Wie wär’s?

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Text: Dennis Kresse