Vor fast genau einem Jahr erschien das gleichnamige Debüt von Lily & Madeleine und sorgte für großes Aufhorchen. Der deutsche Rolling Stone vergab vier Sterne, das Kulturnews-Magazin hörte „eine potentielle Liebslingsplatte“, international fielen der Guardian und The Independent mit ein in die Lobeshymnen. Am 24. Oktober erscheint nun das neue Album Fumes bei Asthmatic Kitty Records. Die Schwestern Madeleine Jurkiewicz und Lily Jurkiewicz präsentieren einen leichten und melodiösen Folk-Pop, der mit Schönheit besticht. Die jungen Damen aus Indiniapolis haben das Erfolgsrezept des Debüts beibehalten und auch auf personelle Kontinuität gesetzt.

Paul Mahern fungierte erneut als Produzent, und auch Kenny Childers (Gentleman Caller), der den Schwestern schon beim Debüt tatkräftig zur Seite stand, findet sich als Kollaborateur und Co-Writer in den Credits wider. Aufgenommen wurde das zehn Stücke umfassende Album in Bloomington, Indiana, der lebhaften Studentenstadt, in der Madeleine, die ältere der beiden Schwestern, den Campus besucht.

Lily & Madeleine machen mit Fumes den nächsten Schritt ihrer jungen Karriere. Madeleine drückt es so aus: “Fumes is a new step for us as artists. It shows our transformation as musicians and as women, and was inspired by our experience on the road as well as the life experiences of people close to us.“ Die jungen Künstlerinnen geben sich also gereifter, wobei man in diesem zarten Künstleralter natürlicherweise rasch reift. Doch auch die Arbeit am neuen Album fiel intensiver aus: „Dedicating more time and working with new artists in the studio allowed us to better create the sound we wanted. It’s a perfect reflection of this stage of our lives.”

So bietet Fumes einen reichhaltigeren Sound, die Instrumentierung ist vielschichtiger geworden und auch die Gesangsstimmen sind erwachsener geworden, wie es zum Beispiel die streichergetragene Ballade Blue Blades zeigt, die an Lana del Rey denken lässt. Von hingetupften Drums und organischen Klängen getragen, entwickeln sich die Melodien dieses ätherischen Folk-Pops.

Die Songs geben in ihrer entschleunigten und eingängigen Form den beiden Sängerinnen Gelegenheit, ihren bedächtigen und gefühlvollen Vortrag zu entwickeln. Das hübsche Ganze wird mit subtil eingesetzten Gitarren und gelegentlichen flotten Percussions aufgepeppt und aufgepopt, dass es durchaus eine Art hat. Das Bemerkenswerte an Fumes: Trotz sanftem Melodiefluss gerät das Ganze niemals seicht, dafür sorgt die immer noch reduziert und klar daher kommende Produktion und die große Luftigkeit, die Lily and Madeleine allzeit verströmen. Unmittelbar ins Ohr gehend und doch mit einer gehörigen Portion Eigensinn ausgestattet entsteht vielversprechender Pop, Songs, von denen man mehr hören möchte.

Homepage: www.lilandmad.com
Facebook: www.facebook.com/pages/Lily-Madeleine/388036857941061

Text: Mirco Drewes