Wenn Dämonen in einem stecken gibt es nur zwei Möglichkeiten: Sie durch Exorzismus auszutreiben oder zu lernen, mit ihnen umzugehen. Den zweiten Weg hat Dan Fox gewählt und lässt seine Dämonen zumindest teilweise mit seinem Musikprojekt Loss heraus, mit dem er nach sieben Jahren nun ein weiteres Album veröffentlicht. So richtig scheint man diese Dämonen aber nicht zu fassen zu bekommen, denn diese ändern ständig ihre Form. Dies ändert jedoch nichts daran, dass sie bedrohlich sowohl im Bewusstsein als auch im Unterbewussten wirken. Stattdessen findet man sich eher in einem surrealen Labyrinth wieder, in dem man mit seinen ganz persönlichen Ängsten konfrontiert wird.

Noisig beginnt das Album mit Smear und geht mit Cruciation weiter, das orientalische Einflüsse und wabernde Klangflächen aufweist. Diese beiden Stücke erinnern auch entfernt an In Slaughter Natives, was vor allem am verzerrten Gesang liegen mag. Weiter geht es mit Ambient: Product of a low self-esteem part two: Drunk and loss, welches mit der Zeit immer noisiger wird sowie dem rein im Ambient angesiedelten Session one. Instrumental dagegen schwankt zwischen Industrial Rock und martialischen Trommeln und Product of a poor self-esteem part four: The girl with the plastic face schafft es, eine verzweifelte Stimmung zu erzeugen, die man sonst aus dem Depressive Black Metal kennt. Zum Schluss gibt es Memory, das den Hörer aber keineswegs erleichtert entlässt, sondern durch Ausfaden einfach mit allem, was man gehört hat, alleine lässt.

Man sollte keine verruchte Stimmung erwarten, I am the sum of my condition lässt in Abgründe blicken, die akustisch genial gemacht sind und den Hörer erschaudern lassen. Und das mit jedem Mal immer wieder überrascht, da es so unberechenbar ist. Wie die Dämonen im eigenen Kopf, die jederzeit über einen herfallen können…

Infos: ant-zen.bandcamp.com/album/i-am-but-the-sum-of-my-conditions

Text: Tristan Osterfeld