Wenn man dem Pressetext glauben will, dann machen Lucifer Star Machine seit ihrem ersten Album ehrliche, nonkonforme Musik. Was sie darunter verstehen, ist eine Mischung aus Rockabilly, Rock, Classic Rock, Blues und Punk. Dazu singen sie über handfeste Themen wie Liebe, Tod und die Abneigung gegenüber Religion und allem, was man mit den Sorgen und Ängsten des Kleinbürgertums zu tun haben mag. Im Jahre 2013 könnte man natürlich vermuten, dass all das in weiten Kreisen zum Konsens gehört, sowohl thematisch als auch musikalisch, selbst der rotzige Gesang ist nichts Neues. Dennoch: Lucifer Star Machine schaffen es, dieses nonkonforme Lebensgefühl mit ihrer Musik zu transportieren.

Ein Lebensgefühl, das sich irgendwo zwischen Freizeitoutlaws, Rockerkneipen in der Altstadt und siffigen Konzertclubs manifestiert. Musikalisch geht man direkt nach vorne, mit vielen Mitgröhl-Passagen, genauso aber auch überraschenden Tempowechseln und einer durchweg dreckigen Grundstimmung, die das Album über anhält. Was besonders auffällt ist, dass im ganzen Schweinerock durchaus komplexere Riffs wiederzufinden sind, die das Album davor bewahren, stumpf zu wirken. Auch die Produktion ist zu loben, da man sich das Album auch gut live vorstellen kann. Zusammen ergibt sich ein Album, dass sich Trends durchaus zu widersetzen weiß und auf seine Weise zeitlos ist.

Wenn es stimmt, dass sich mit dem dritten Album die Spreu vom Weizen trennt, dann haben Lucifer Star Machine bewiesen, dass sie nicht zur Spreu gehören. Rock’n‘Roll Martyrs ist ein Album, das beim Hören runter geht wie Öl. Falls das nicht reichen sollte, kann man das Album noch mit einer Dose „Hell Yeah Beer“ genießen, mit dem die Band einen Endorsement Deal abgeschlossen hat und damit den Nonkonformismus letztendlich komplett macht.

Homepage: www.luciferstarmachine.com
Facebook: www.facebook.com/luciferstarmachine

Text: Tristan Osterfeld