Oh, ein Gothic Metal-Album mit weiblicher Sängerin – wie spannend! Und dann auch noch ein Plattencover, das irgendwie so aussieht wie Zwischensequenzen aus Computerspielen der 90er Jahre. Ist nicht mit Nightwish und zahllosen qualitativ schwankenden Epigonen schon alles gesagt und gemacht worden? Könnte man durchaus so sehen, bei Lycanthia ist es nur leider nicht so einfach, denn hinter dem optisch nicht gerade ansprechenden Cover verbirgt sich durchaus ein gelungenes Album. Nicht nur, weil Lycanthia genauso lange wie Nightwish existieren, sie verstehen es auch, dem Genre durchaus neue Nuancen zu geben und sich dabei auf die ursprüngliche Bedeutung von Gothic zu berufen: morbide Grundstimmung, Düsternis und Kälte.

Dies bedeutet auch, dass man sich in Metal-Gefilde begibt, die eher dem Doom und dem Black Metal zuzuordnen sind. Eine Mischung aus Weltschmerz und Verzweiflung macht sich breit, während der gelungene Gesang, wenn auch im Genre Standard, mal die Stimmung unterstreicht, gelegentlich auch für einen Kontrast sorgt, wenn sie wie über der Musik zu schweben scheint.

Ein durchaus ansprechendes Album, das sich zu entdecken lohnt. Wer Epica, Within Temptation und weiteren Bands bestenfalls für tolerierbar hält, der sollte Lycanthia sein Ohr leihen, bereuen wird er es nicht.

Homepage: www.lycanthia.com
Facebook: www.facebook.com/Lycanthiaofficial
Twitter: www.twitter.com/Lycanthia_band

Text: Tristan Osterfeld