Auf Lykke Li lastet ein Fluch. Und zwar einer, der ihr sicherlich weiterhelfen wird, denn der „The Magician Remix“ zu I Follow Rivers wurde zum riesigen Hit, auch Triggerfinger feierten mit ihrer Version große Erfolge und wurden dadurch gerade in hiesigen Gefilden falsch wahrgenommen, wie vermutlich wohl auch Lykke Li, deren Hit vor allem im Remix allerorten wahrgenommen wurde. Aber das kann ja schließlich auch zu etwas gut sein. Beispielsweise zur Zielgruppen-Erweiterung, denn verdient hat die junge Schwedin es allemal, wie sie auf ihrem neuen Album I Never Learn eindrucksvoll beweist.

Was die Vorab-Single No Rest For The Wicked verspricht, kann auch auf Albumlänge gehalten werden. Mit verhaltenen Piano-Klängen, eingängigem und gelegentlich leicht rauchig wirkendem Gesang schafft sie es dennoch, ein verdichtetes und atmosphärisches Stück entstehen zu lassen. Schönheit und Nachdruck kombiniert sie immer wieder auf ihrem neuen Album und zeigt sich auch gerne mal von einer akustischeren Seite, wie unter anderem in Love Me Like I’m Not Made Of Stone zeigt, das vor allem von klarer Gitarre und der Stimme getragen wird. Gelegentlich wird es mal etwas pompöser, wie in Heart of Steel, bevor mit Streicher-Schönheit in Sleeping Alone das Album melancholisch endet.

Zwar sind es nur neun Stücke, die uns Lykke Li auf ihrem neuen Album präsentiert, diese aber haben es auch in sich und verzichten auf Schwachstellen. Sehr gut geworden!

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Text: Marius Meyer