Man könnte meinen, Lykke Li und Triggerfinger spielen Ping-Pong. Im Vorjahr veröffentlichte Lykke Li ihr Album Wounded Rhymes und die Single I Follow Rivers ging unter anderem in den Niederlanden hoch in die Charts. Dann waren die Belgier von Triggerfinger beim niederländischen Sender 3FM, coverten das Stück mithilfe von Gläsern, Messern und iPhone und gingen damit auf die 1. Die Triggerfinger-Version chartete inzwischen auch in Deutschland, nun legt Lykke Li mit dem The Magician-Remix ihres Songs nach – und chartet gleich mal auf 9 in Deutschland. Im Zuge des Chart-Entries erscheint nun auch noch einmal das Album Wounded Rhymes neu, ergänzt um Bonus-CD mit The Magician-Remix und einige weitere Stücke.

Nachdem das Debüt Youth Novels im Jahr 2008 hierzulande ein erster Achtungserfolg war, stieg der Bekanntheitsgerade der Schwedin gewaltig, was dazuführte, dass der vorliegende Zweitling sehnsüchtig erwartet wurde. Ein Zweitling, der sehr gefühlsbasiert agiert und dabei sehr häufig auch negative Emotionen zulässt. Ein Songtitel wie Sadness Is A Blessing ist da ein Paradebeispiel. Der Song an sich wirkt dennoch nahezu optimistisch, wenn sie hymnisch davon singt, dass die Traurigkeit ihr Boyfriend sei. Natürlich: Auch die positiven Momente sind zu finden. I Follow Rivers war ja bereits ein gutes Beispiel dafür. Aber Stücke wie Unrequited Love oder I Know Places wirken dann doch eher traurig. Tanzbarer hingegen beispielsweise Get Some.

Zu dem gefühlsmäßig ambivalenten, qualitativ definitiv hochwertigen Album kommt dann in der Neuauflage noch die Bonus-CD mit vier Titeln. Darauf zu finden, wie schon erwähnt, natürlich der The Magician-Remix von I Follow Rivers. Ein Tanzflächen- und Ohrwurm-tauglicher Remix, der die eingängig-süßliche Stimme der Schwedin gut in den Vordergrund stellt. Der Tyler The Creator Remix des Stücks hingegen macht eine verhangene Collage daraus, über den gerappt wird. Zwar spannend, aber man muss es halt mögen. Hinzukommen noch zwei Remixe zu Get Some. Zunächst mal von Beck, dem hier ein Glanzstück gelungen ist. Wer Nicotine & Gravy von Beck mag, wird auch diesen Remix mögen, der eindeutig Beck Hansens Handschrift trägt. Mike D. hingegen verwandelt Get Some in ein pulsierendes Elektro-Stück, was sich auch gut hören lässt, gegenüber der Version von Beck aber deutlich den Kürzeren zieht.

Dass Wounded Rhymes noch einmal veröffentlicht wird, wo der Name Lykke Li gegenwärtig so eine große Aufmerksamkeit erfährt, ist nur richtig und angemessen, denn das Album ist wirklich sehr gelungen! Wer es allerdings schon besitzt, braucht es bloß wegen der Bonus-CD nicht noch einmal zu kaufen, da das Album an sich ja noch dasselbe ist. Der The Magician-Remix von I Follow Rivers und der Beck-Remix von Get Some sind in dem Fall aber dennoch heiße Tipps zum digitalen Erwerb.

Weitere Artikel
News: Lykke Li – „Wounded Rhymes“ inkl. „I Follow Rivers“
Rezension: Triggerfinger – I Follow Rivers
Interview: Backstage mit Triggerfinger (März 2012)
News: Triggerfinger – Auf Tour ab März + Lykke Li-Cover

Homepage: www.lykkeli.com
Facebook: www.facebook.com/lykkeli
Twitter: www.twitter.com/Lykkeliofficial

Text: Marius Meyer