„Sind die schon wieder auf Tour?“ – „Die sind auch die größten Festivalschlampen Deutschlands!“ – „Diesen Schnulzenpop kann ich mir echt nicht antun“ – „Das soll Rockmusik sein?“ Okay, das sind nicht gerade die nettesten Aussagen, mit denen man eine CD-Rezension anfangen kann. Allerdings hört man derartige Sprüche über die Band Madsen immer und immer wieder. Warum das so ist, das ist eine Frage, die ich auch mit diesem Text nicht wirklich beantworten kann. Was wirklich störend daran sein soll, dass eine Band viele Livekonzerte spielt, ist mir noch nie so recht bewusst geworden. Aber widmen wir uns lieber der neuen CD der Rockformation, welche mit dem Titel Kompass“ bereits seit einigen Wochen in den Regalen steht.

Wer erwartet hat, dass Madsen auf ihrer inzwischen siebten Veröffentlichung auf einmal Experimente wagen, der wird enttäuscht werden. Die Rockband macht konstant da weiter, wo sie mit ihrer letzten CD Wo es beginnt aufgehört hat. Deutsche Musik, mal poppig, mal rockig mit gefühlsvollen Texten, die man entweder liebt oder verabscheut. Nun gut, ein gewisses Kitschlevel ist schon zu erahnen, wenn Sebastian Madsen losträllert und seine Musikerkollegen eine astreine Popballade hinlegen. Aber am Ende bleibt dieser eine Madsen-Song immer und immer wieder im Ohr hängen und verfolgt uns die nächsten Wochen und Monate. Teilweise schaffte die deutsche Band es sogar, uns mit Stücken wie Du schreibst Geschichte über Jahre einen Hit zu bescheren, der noch heute nicht aus dem Ohr geht und gerne immer und immer wieder mitgesungen wird. Schaut man sich die Texte der Band schließlich genauer an, kann man diese gerne immer noch kitschig finden. Aber ich bin davon überzeugt, dass jeder tief im Inneren schon das eine oder andere Mal genau das nachgefühlt hat, was Sebastian Madsen in den Songs schildert. Und ist es nicht das, was Musik wirklich für uns sein soll? Wir wollen verstanden werden, wir wollen Menschen die uns verstehen. Auch bei musikalischen Künstlern. Und das beherrscht die Band Madsen für viele Fans besser als jede andere Musikgruppe.

Doch Madsen kann viel mehr als Popmusik mit guten Texten, gerade die Livekonzerte leben von einer enormen Energie, auch wenn sich das Quintett hiermit auf der CD meist eher etwas zurückhält. Ein Anspieltipp der eher härteren Gangart von Kompass ist beispielsweise der letzte Song „Leuchttürme“, der zwar nicht super schnell und energiegeladen nach vorne schnellt, aber eine unheimliche Härte mit sich bringt, welche besonders durch die Keyboardeffekte zeitweise sogar an Rammstein erinnert.

Madsen haben mit Kompass einmal mehr alles richtig gemacht und ein starkes Album abgeliefert, was sicherlich die nächsten Wochen noch in meinem CD-Spieler rotieren wird.

Tour 2015:

27.10.2015 Hannover – Capitol
28.10.2015 Magdeburg – Altes Theater
29.10.2015 Münster – Skaters Palace
31.10.2015 Berlin – Columbiahalle
01.11.2015 Köln – E-Werk
03.11.2015 Frankfurt – Batschkapp
04.11.2015 München – Backstage
07.11.2015 Kaiserslautern – Kammgarn
08.11.2015 Karlsruhe – Substage
10.11.2015 Dresden – Alter Schlachthof
11.11.2015 Hamburg – Große Freiheit
18.12.2015 Würzburg – Posthalle
19.12.2015 Erfurt – Stadtgarten
20.12.2015 Rostock – Mau Club
05.02.2016 Hamburg – Mehr Theater am Großmarkt

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Text: Melvin Damian Klein