War es zuvor stets der Herzschmerz, der Marissa Nadler in ihrem Schaffen beeinflusst und angetrieben hat, ging sie inspirativ betrachtet auf The Sister neue Wege. In der Tat ließ sie sich diesmal von positiven Themen und Erinnerungen inspirieren: ihre Kindheit, Freundschaft, neue Liebe, die Natur. Und tatsächlich: Man hört es auf dem Album deutlich, wenn man mal genauer hinsieht (bzw. -hört). Zwar sind die Arrangements allesamt eher spärlich gehalten, dennoch aber sind die Stücke sehr intensiv und stellen ihre Stimme in den Vordergrund. Obgleich Nadler nie wirklich aus sich herausgeht, ist es gerade die Intimität der Stücke, die dessen Stärke ausmachen.

Wenn sie in Christine singt „get out of the nightclubs, and into the light”, spürt man die positive Botschaft dessen, was Nadler hier verbreitet. Unterlegt mit gezupften Gitarren und spärlichen Bassläufen spricht hier die ganze Schönheit aus der Musik. Etwas, das sich durch alle acht Stücke zieht. In A Little Town mit seinem Fingerpicking klingt fast schon optimistisch und besticht dazu noch durch hintergründigen Background-Gesang. Immer wieder sind es Fingerpicking und die Schönheit der Stimme Marissa Nadlers, die zu bestechen wissen.

Sucht man im Internet nach ihr, findet man vor allem die Attribute „Dream Pop“ und „Folk“ – die Wahrheit über die Musik auf diesem Album liegt irgendwo dazwischen. Es mag sicher manchmal verträumt wirken, was Marissa Nadler hier spielt, dennoch sind immer klare Strukturen vorhanden. Das Fingerpicking hingegen ist deutlich mehr Folk. Wie man es nun nennen mag: Für Freunde der ruhigen Gitarrenmusik wird hier viel geboten. Zwar sind es nur acht Stücke, die auf dem Album zu finden sind, dafür arbeitet Marissa Nadler hier nach dem allseits beliebten „all killers, no fillers“-Prinzip.

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Text: Marius Meyer