Schaut man sich die gegenwärtige Musiklandschaft an, so ist Südtirol mitunter ob musikalischer Vertreter in die Kritik geraten und wird heiß diskutiert. Was man dabei wieder merkt: Es ist immer gut, den Horizont weiterzustecken, denn das musikalische Südtirol hat so viel mehr zu bieten, zum Beispiel Max von Milland, der sich auf Woher i eigentlich kimm auf seine regionalen Ursprünge zurückbesinnt und in der Sprache singt, mit der er aufgewachsen ist: dem Südtiroler Dialekt. „Keine andere Sprache kann Empfindungen so ehrlich und unverstellt wiedergeben wie die eigene Muttersprache“ – so von Milland. Eine Aussage, die schnell plausibel erscheint, wenn man das Album hört.

Oft wirkt es irgendwie peinlich, wenn jemand im Dialekt singt, Max von Milland schafft es ohne Peinlichkeiten, hebt sich im Gegenteil dadurch sogar ab. Er zeigt sich als folkig inspirierter Singer-Songwriter, der auch mal in Popgefilden unterwegs ist. Immer im Gepäck: viel Gefühl! Das konnte er schon mit seiner Single Leg die her beweisen, die zunächst verhalten beginnt, zum Chorus hin aber immer weiter den Druck steigert und sich in harmonischen Akustik-Gitarren entlädt, die zwar druckvoll, aber immer klar sind. Überhaupt ist das Schaffen Max von Millands von einer angenehmen Klarheit durchzogen. Da sind Bekenntnisse wie Oft andersch als du denksch keine Seltenheit, untermalt mit gezupfter Akustik-Gitarre, getragen vom nachdenklichen und selbstreflexiven Gesang des Südtirolers.

Keine Frage, dem Debütanten, der vormals in einer Rockband unterwegs war, ist hier ein gelungener Erstling geglückt, der in seiner Ehrlichkeit nahezu frappierend wirkt. Singer-Songwriter, Folk und Ausflüge in die Popmusik gehen miteinander einher und lassen zwölf schöne Stücke entstehen. Weiter so, Herr von Milland!

Homepage: www.maxvonmilland.com
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Text: Marius Meyer