Was hat die Musikwelt Midge Ure nicht alles zu verdanken, sei es mit Ultravox (Dancing with tears in my eyes, Vienna, Hymn), als Mitglied bei Visage, wo er neben Paradiesvogel Steve Strange glänzte und auch am Hit Fade to grey beteiligt war, oder durch seine Mitwirkung am Band Aid/Live Aid-Projekt, wo er mit Bob Geldof nicht nur mit Do they know it’s Christmas einen der unpeinlichsten Benefizsongs, den die Welt je gesehen hat, aufnahm, sondern auch am 13. Juli 1985 mit Live Aid im Londoner Wembley Stadion und im John F. Kennedy Stadion in Philadelphia ein legendäres 16 Stunden andauerndes Konzert auf die Beine stellen konnte.

Überraschend ist, dass es ihm neben den unzähligen weiteren Verpflichtungen immer wieder gelingt, auch noch Soloalben aufzunehmen, wie sein jüngstes Werk, das Fragile heißt und auch genauso zerbrechlich klingt. Elektronische Musik, die auf die charismatische Stimme von Ure trifft und die Ruhe und die Abgeklärtheit eines Mannes hat, der schon manche Schlacht geschlagen hat, aber nicht müde wird, seinen Ehrgeiz in schöne Songs zu legen.

Das gelingt ihm auch hier wieder überragend und schon im Opener I survived beweist uns Midge Ure, welchen Standard er in den letzten 35 Jahren setzen konnte. Es fällt schwer, einzelne Songs herauszunehmen, zu komplex sind die Stücke, aber unter all den hörenswerten Titeln ist dann doch einer, der ganz besonders gefällt: die an die alten Ultravox erinnernde Nummer Dark dark night.

Natürlich lässt es sich Midge Ure nicht nehmen, Fragile auch auf deutschen Bühnen erklingen zu lassen und so geht er auf Tour, wo man íhn zum Beispiel auf dem Amphi Festival am 26.07. in Köln am Tanzbrunnen sehen kann.

Homepage: www.midgeure.co.uk
Facebook: www.facebook.com/pages/Midge-Ure/275159919205373

Text: Dennis Kresse