„Endlich“, wird die Fangemeinde von Mike Oldfield erleichtert feststellen. „Endlich kann man sich einen detaillierten Überblick über das Wirken des großen Multi-Instrumentalisten machen, ohne dass man gleich Unsummen dafür ausgeben muss.“ Mit der Doppel-CD Two Sides bekommt man fast alles des englischen Wunderkinds, der sich nicht nur alle Instrumente selbst beigebracht hat, sondern auch als Produzent und Komponist verschiedene Musikstile wie Pop, Jazz, Folk, New Wave, Weltmusik und sogar Discoklänge miteinander verknüpft hat. Mit seinem unnachahmlichen Sound konnte er schon mit seiner ersten Veröffentlichung Tubular Bells im Jahre 1973 einen Erfolg verbuchen, den ihm selbst die kühnsten Optimisten nicht zugetraut hätten.

Two Sides ist, wie der Name schon sagt, unterteilt in zwei Hälften. Während die erste CD die Langfassungen enthält, hat man sich auf der zweiten CD auf die Singlehits konzentriert. Es beginnt standesgemäß mit Tubular Bells, jenem Debütalbum, was Oldfields Karriere starten sollte und was auch zu Beklemmungen bei Kinofans führte, da es auch für den Horrorfilm Der Exorzist verwendet wurde. Auch Freunde der Longtracks von Ommadawn, Crises oder Amarok kommen hier voll auf Ihre Kosten und können genial ausgearbeitete Stücke genießen, die fast an klassische Symphonien erinnern.

Auf CD 2 kommt es zu einem Bruch mit den ausufernden, teilweise auf einer LP-Seite arrangierten Werken, ging doch Mike Oldfield Mitte der 80er dazu über, sich Gastsänger zu suchen und mit ihnen Singles aufzunehmen, die zu Welthits wurden. Mit Maggie Reilly ist hier auf mehreren Tracks die Sängerin zu hören, mit der Mike Oldfield seine größten Erfolge hatte. Mit Family Man, Five Miles Out, To France und natürlich dem Welthit Moonlight Shadow ist sie hier mehr als würdig vertreten.

Aber auch kernige Stimmen wie die von Roger Chapman sind hier zu hören, wenn er Shadow On The Wall performt. Die Gastsänger ließen sich bei Mike Oldfield immer hören und so kommen auch Bonnie Tyler auf Islands oder Mike Oldfields Ex-Frau Anita Hegerland, die einige wenige noch als Anita kennen könnten, die mit Roy Black Schön ist es, auf der Welt zu sein trällerte. Sie ist hier auf einigen Tracks im Background zu hören. Mike Oldfield selbst singt ebenfalls. Obwohl er laut eigener Aussage keine Singstimme hat, kann er in der Nummer Heaven‘s Open das Gegenteil beweisen

Natürlich kann man alle Hits, die von Mike Oldfield arrangiert wurden nicht, auf eine Doppel-CD pressen, dafür ist die Auswahl zu groß. Aber auf Two Sides wurden viele Stücke zusammengefasst, die seit 30 Jahren immer wieder gerne gehört werden und wohl auch noch in weiteren 30 Jahren gerne aufgelegt werden.

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Text: Dennis Kresse