Aus der Welt des Melbourner Undergrounds entspringt eine Musikgruppe, die einfach aus sechs ganz normalen Typen besteht. Zwei Drumkits, zwei Gitarren, ein Bass und Gesang aus vier Kehlen braucht es um die Melodien der Australier zu produzieren. Keine großen Konzepte, keine abgestimmte Marketingstrategie – einfach nur Spaß an der Musik treibt die Jungs an und das hört man auch ihrem Debütalbum an. Das selbstbetitelte Erstwerk hält keine Ohrwürmer oder begeisternde Mitsing-Refrains bereit, so viel sei direkt vorweggenommen, stattdessen drückt das Debüt einfach das aus, was die jungen Männer in ihrem Leben bewegt. Ihre Emotionen, ihr gesamtes Tun und Handeln, ihre Fehler und ihre Stärken – all das beeinflusst die Musiker für ihren australischen Rock’n’Roll Sound.

Ein Komplettpaket an Spannung und Erlebnissen wird hier geboten und gerade weil Money For Rope aus Australien kommen, könnte ihr Album ein passender Reisebegleiter für Tramper oder für Menschen sein, die per Work&Travel ein Jahr durch das Land reisen. Nicht nur die rockige Musik der Gruppe spiegelt die Eindrücke der Menschen, die sich hinter dem Sound verbergen, wieder, sondern besonders auch die Texte. Einer arbeitet in einer Kassettenfabrik, der andere renoviert Boote, der nächste stellt Gewürzmischungen her. Am Wochenende gehen sie angeln, abends treffen sie sich auf ein paar Biere im Pub und schauen Fußball. Und genau in solchen ganz alltäglichen Situationen entstehen die Texte von Money For Rope, ob es während der Arbeit ist oder zur späten Stunde in der Nacht in der Kneipe, wenn einmal mehr über den Sinn des Lebens, die Sehnsucht nach Frauen oder das nie endende Streben nach Glück gegrübelt und gefachsimpelt wird. Die Ehrlichkeit der sechs Australier sorgt dafür, dass nicht nur fröhliche Themen, sondern sehr oft auch ernste Textpassagen, ja sogar schockierende, tiefgängige Gedankengänge formuliert werden. Herzschmerz und Verlust, beim finalen Song des Albums sogar suizide Tendenzen verbergen sich hinter treibenden, rockenden Kompositionen.

Man darf gespannt sein, ob die Musiker auch für die Festivalsaison 2015 eine Rolle spielen, denn ihre Musik passt eigentlich perfekt ins Nachmittagsprogramm einiger Events. Eine passendere Band für sonniges Wetter und die ersten Kaltgetränke am frühen Nachmittag kann es nicht geben.

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Text: Melvin Damian Klein