Was wohl passieren mag, wenn an ein Album mit einem Album anfängt, wenn man auf Medikamenten ist? Das ist eine Antwort, die einem das Projekt Mongolito direkt zu Beginn gibt:„Let’s start with some pink medicine“. So klingt es dann auch: Wabernde Orgel-Drones, eine E-Gitarre und diverse rauschende Geräusche reichen, um die Richtung vorzugeben: Psychedelisch-experimentelle Klänge sind zu hören, die sich im Laufe des Albums zwar wandeln, aber den Hörer immer wieder zu überraschen wissen. Ein roter Faden scheint lediglich das Gitarrenspiel zu sein, das auf jedem Stück zu hören ist, aber ebenfalls immer anders klingt wodurch man auch hier nur bedingt von Kontinuität reden kann.

Aber bei Alben dieser Art ist Kontinuität ohnehin zweitrangig, egal ob eher Western-Stimmung (From Harlem to Oostend) verbreitet wird, die Gitarre total verzerrt wirkt (All these stones), eher in Richtung Folk-Rock geht (The big comming down… end of self-esteem) oder beinahe punkig wird (NYC rising): Ständig ändert sich das Klangbild, nie aber hat man das Gefühl, die Lieder wären zusammengewürfelt; eher, als würde man die Stimmungen nacheinander durchmachen, die sich nicht immer logisch aneinanderfügen, aber dennoch Teil eines Ganzen sind.

Somit gerät man selber auch immer wieder in ein Wechselbad der Gefühle, welches Marc Debaker (Dog Eat Dog), der hinter diesem Album steht, schön arrangiert hat. So ist es dann auch immer wieder schön, sich in dessen Welt hinein zu bewegen und das Album zu hören.

Text: Tristan Osterfeld