Mit The last dawn und Rays of darkness veröffentlicht die japanische Post-Rock-Band Mono ihre Alben sechs und sieben zeitgleich. Bereits anhand der Cover-Gestaltung lässt sich die Intention für diesen ungewöhnlichen Schritt erahnen. Ist das Cover von The last Dawn in hellen Tönen gehalten, so erscheint Rays of darkness in deutlich dunklerem Gewand. Entsprechend dieses Konzepts enthält letztere die düsteren und lärmigeren Stücke. Dieser Gegensatz der Stimmung und der Charaktere der verschiedenen Tracks führte zu dem Entschluss, diese auf zwei separaten CDs zu veröffentlichen, so Mastermind Takaahira Goto.

Nachdem Bands wie My Bloody Valentine, Slowdive und Mogwai bereits in den 90ern die Tür zu völlig neuen Ufern aufgestoßen haben, hat sich eine Vielzahl von Bands gegründet, die ebenfalls unter Aufgabe der klassischen Songstruktur Strophe, Refrain, Bridge komponieren. Mono wandern bereits seit 14 Jahre auf diesen Pfaden.

The last dawn ist ein reines Instrumentalalbum, das davon lebt, Stimmungen zu erzeugen. Gekonnt wird die Dramaturgie von einer clean gespielten Gitarrenmelodie oder einem Klavierintro zu einer Wall-of-Sound aufgebaut, die im Laufe der oft überlangen Songs behutsam wieder Schicht für Schicht abgetragen wird. Die Gitarren sind Chorus- und Delay-getränkt und erzeugen breite Klangflächen, die sich langsam aufbauen. Der Wechsel der Dynamiken und Klangfarben gelingt Mono in unnachahmlicher Weise. Gerade der erste Track The land between tides/Glory ist ein Paradebeispiel für den klassischen Postrock-Song, der sich von Stimmung zu Stimmung treiben lässt und mit einem melancholisch-schönen Streicherarrangement nach elf Minuten ausklingt.

Die zweite CD Rays of darkness ist deutlich düsterer angelegt. Die Stimmung ist moll-lastiger, die Drums klingen bedrohlicher und agieren hektischer. Bereits der erste Track Recoil/Ignite gibt mit seinem 13 Minuten und einer minutenlangen Wall-of-sound“ eine klare Antwort, warum die CD Rays of darkness betitelt ist. Der zweite Track Surrender beginnt mit düsteren Gitarreneinsätzen. Die zweite Gitarre flirrt im Hintergrund wie ein Bienenschwarm. Der Song treibt stoisch und bedächtig nach vorne, Bläser setzen einen melodiösen Kontrapunkt zu den im feedback badenden Gitarren. Die CD endet mit The last rays, der mit einem Klanginferno, dass in bester Nine Inch Nails-Manier durch den Song treibt, die Finsternis hinaufbeschwört.

The last dawn/Rays of darkness enthalten großartige Songs, die dem Genre Post-Rock zwei „Must haves“ hinzufügen.

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Text: Thorsten Lühl