James Browns Leben glich einer Naturgewalt. Es war bisweilen rau, unkontrollierbar und gefährlich, aber er blieb Zeit seines Lebens immer hochinteressant. Nun erscheint mit Mr. Dynamite – The Rise of James Brown eine toll gefilmte Dokumentation über „the hardest working man in Showbusiness“. Unter der Ägide von Produzent Mick Jagger nimmt sich Regisseur Alex Gibney, der für seinen Film Taxi zur Hölle, einen Film über Folter in Militärgefängnissen, durch das US-Militär in Afghanistan einen Oscar erhielt, Zeit, das Leben Browns in allen Details zu erzählen. Von den Kindheitstagen in ärmlichen Verhältnissen in South Carolina bis hin zum Soul-Superstar.

Er begann als Shoeshine Boy, also als Schuhputzer und nachdem er wegen bewaffneten Raubüberfalls inhaftiert wurde und dafür eine Haftstrafe von vier Jahren absitzen musste, schloss sich der geläuterte Brown der Band von Bobby Byrd an, aus deren Schatten sich James Brown schnell zum Soloartisten entwickelte und mit Please, please, please begann schnell eine Weltkarriere.

Mit dem Album Live at the Apollo schuf Brown einen Liveklassiker, der heute noch seine Berechtigung hat. Dieses im New Yorker Apollo Theater entstandene Doppelalbum enthält mit It´s a man´s, man´s world, Cold Sweat oder I got you (I feel good) einige Klassiker des Souls.

Alle diese Songs und einige andere Veröffentlichungen halfen dem „Godfather of Soul“, eine fast 50 Jahre andauernde Karriere zu erleben. Diese und andere Geschichten des Mannes, der an rund 300 Abenden im Jahr auf der Bühne stand, erzählt der Film.

Neben Produzent Mick Jagger sprechen auch Bandmitglieder wie Maceo Parker, Clyde Stubblefield, Melvin Parker, Alfred „Pee Wee“ Ellis und Martha High über ihren teilweise cholerischen Chef, der bei seinen Wutausbrüchen gerne mal Musiker entließ, um sie kurze Zeit später wieder einzustellen.

Noch heute sind Samples wie etwa das aus Funky Drummer elementare Bestandteile des HipHops und viele der Rapstars verehren den 2006 verstorbenen Soulman noch heute. Warum James Brown einer der ganz Großen war, das verrät dieser Film.

Homepage: www.jamesbrown.com

Text: Dennis Kresse (soundchecker.koeln)