Vom Wasser geht’s nun an Land – ausgerechnet in die kältesten Regionen der Erde. Nachdem Samuel van Dijk bereits auf dem Vorgänger die Evolution in den Ozeanen nachzeichnete, begibt er sich nun langsam aber sicher an Land. Langsam, weil fester Boden noch immer nicht komplett greifbar und betretbar erscheint und zwischen dem Landgang dann immer wieder Rückbewegungen ins Wasser gemacht werden. Dennoch scheint das eisbedeckte Land noch zu unwirtlich zu sein, um auf diesem dauerhaft sesshaft zu werden, was sich dann aber mit der Zeit ändert – genauso wie die Temperaturen der Umgebung, die im Laufe des Albums immer weiter anzusteigen scheinen.

Und es ist eindrucksvoll, wie van Dijk diese Stimmungen erzeugt, wie sich auf Albumlänge die gluckernde und kalten Klänge in warme und organische wandeln, von dunklen zu hellen Tönen. Doch damit nicht genug: Pulsierende Beats zeigen immer wieder rote Fäden, die sich immer wieder auf und abbauen – egal, ob man das Klirren von Steinen hört, das an brechendes Eis erinnert oder eine langsam entstehende Natur im Zeitraffer.

Mit Scandinavia schreitet die Evolution also merklich voran, im Nachfolger soll es dann in kosmische Gefilde gehen. Und nach dem Hören von Scandinavia kann man sich einem sicher sein: Dieser Ausflug wird sicher nicht weniger spannend…

Text: Tristan Osterfeld