Es ist schon durchaus beeindruckend, was die vier Schweden von My Brother the Wind so auf die Beine stellen. Das Improvisationskollektiv ist eine Art Supergroup des Post- und Neo-Progrock, bestehend aus Nicklas Barker (Anekdoten), Mathias Danielsson (Makajodama), Ronny Eriksson (Magnolia) und Daniel Fridlund Brandt (Sambassadeur). Das dritte Studioalbum des Quartetts bietet wieder neun Instrumentalsongs, die zusammen ad hoc an nur einem Tag eingespielt wurden. Das Ergebnis sind psychedelische Stücke, die zum Wegdriften verleiten. Dabei haben sie eine interessante Bandbreite. Gelegentlich klingt es ein wenig nach Hawkwind oder Pink Floyd, manchmal aber auch nach den Allman Brothers.

Allerdings darf man sich von Once There was A Time When Time And Space Were One trotz vieler langer Stücke keine ausgeklügelten Soli (oder überhaupt Soli) oder sonstige musikalische Kabinettstückchen erwarten. Das Album ist solide, in gewisser Weise sicher auch stimmungsvoll, aber irgendwo auch … nun ja, Einheitsbrei. Die einzelnen, oft ineinander übergehenden Songs unterscheiden sich nicht sonderlich von einander, es gibt keinen hörbaren Wettstreit unter den ja durchaus routinierten und fähigen Musikern, alles ist betont harmonisch, beinahe esoterisch. Die Band selbst würde es wahrscheinlich »kosmisch« nennen, dabei ist der Kosmos doch eigentlich turbulent, chaotisch und explosiv.

Wer Instrumentalmusik skandinavischer Prägung mit sechs- und zwölfsaitigen Gitarren, Mellotron, Flöten, Trommeln, Congas und Bass mag, der hat auf Once There was A Time When Time And Space Were One sicherlich einiges zu entdecken. Es bleibt jedoch der Eindruck, dass das Album arg mittig ist und in dem Bestreben, es wie die vorigen Werke von My Brother The Wind in möglichst kurzer Zeit ungefiltert aufzunehmen, jedwedes Risiko vermieden wurde.

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Text: Mario Nowak