Eigentlich sollte klar sein, dass My Dying Bride nicht gerade dafür bekannt sind, dass sie in ihrer Musik irgendwann einmal wirklich Momente zulassen, in denen mal ein bisschen Licht durch ihre Riffs durchkommt. Bei A Map of All Our Failures gibt es aber tatsächlich doch mal solche Momente, jedoch ist man froh, wenn diese dann vorbei sind, denn da wo das Licht hinfällt, sieht man auch nur Elend, das einen verzweifeln lässt. Das sind dann die Momente, in denen das Album mal ein wenig schneller wird, jedoch nur, um dann alles wieder in sich zusammenfallen zu lassen und sich in schleppenden Moll-Akkorden durch das Album zu spielen. Und das zieht sich schleppend vor sich hin.

Über eine Stunde wird in epischen Stücken der Weltschmerz ausgebreitet und eines bleibt auf allen acht Stücken klar: Hier fühlt man sich einfach mal nicht gut, hier wird keine Melancholie zelebriert und keiner redet sich in sein Elend hinein. Bei My Dying Bride liegt irgendeine geschundene Seele auf der Erde und schafft es alleine nicht mehr auf die Beine – aber es kommt auch keiner, um zu helfen.

Das eigentlich Perfide an A Map of All Our Failures ist, dass das Album niemals kalt klingt, sondern relativ warm. Angeblich ist es ja auch angenehmsten, in einer warmen Badewanne sein Leben zu beenden, da man nicht merkt, wie es zu Ende geht. So vermittelt das Album fast schon Pessimismus, ohne dass man es zwingend merkt.

Kein Stück unter acht Minuten, dafür passiert einiges: Mal wird man doch schneller, dann sind Streicher zu hören, Flüstergesang oder Akustikgitarre mit klaren Gesang: My Dying Bride ziehen alle Register, um ein düster-depressives Erlebnis zu schaffen, das wiederum als Doom Metal erster Klasse zu bezeichnen ist.

Homepage: www.mydyingbride.net
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Text: Tristan Osterfeld