Das Experiment der Frau Imbruglia ist nicht ohne Risiko, nach 6 Jahren ohne jegliche Veröffentlichung gleich mit einem Coveralbum zu starten. Aber das beweist das Selbstbewusstsein der Australierin, die mit Torn im Jahr 1997 einen großen Hit landen konnte. Nun erscheint ihr Coveralbum Male und der Titel sagt es schon aus: Hier wurde sich aus Nummern bedient, die von Männern gesungen worden. So weit so gewöhnlich, aber was die Sängerin aus den Titeln macht, das verdient schon Hochachtung. Etwa die erste Single aus Male, die Nummer Instant Crash des Elektro-Duos Daft Punk wurde komplett entschleunigt und steht auf einmal ohne die ganzen Synthie-Effekte auf das Nötigste reduziert in einem ganz anderen Licht da.

Einige der besten Singer/Songwriter der letzten Jahrzehnte kommen zu neuen Ehren wie etwa Cat Stevens (The Wind), Tom Petty (The Waiting), Neil Young (Only Love Can Break Your Heart), Damien Rice (Cannonball), Pete Townsend (Let My Love Open the Door) und Sam Beam von Iron & Wine (Naked As We Came). Was aber besonders originell arrangiert ist, ist die Countryversion des Cure-Hits Friday I’m in Love. Was wohl Robert Smith von der Version hält? Man sollte ihn mal fragen.

12 Titel, die sich wunderbar aneinanderreihen, ohne dass man sich belästigt fühlt. Grundsolide produziert und man merkt Natalie an, dass es ihr viel Spaß gemacht hat, die Titel zusammenzubringen.

Homepage: www.natalieimbruglia.com
Facebook: www.facebook.com/natimbruglia
Twitter: www.twitter.com/natalieimbruglia

Text: Dennis Kresse